Viele glauben, dass bestimmte Krankheiten zu höheren Rentenzahlungen führen. Das stimmt jedoch nicht. Die Erwerbsminderungsrente hängt nicht von der Diagnose, sondern von der persönlichen Erwerbsbiografie ab.
Wie verbreitet ist die Erwerbsminderungsrente?
2022 wurden rund 164.000 neue Erwerbsminderungsrenten bewilligt. Die durchschnittliche Zahlung lag (nach Abzügen) bei etwa 950 Euro im Monat. Etwa 40% aller Fälle gehen auf psychische Erkrankungen zurück – ein Trend, den wir auch bei der Berufsunfähigkeit
wiederfinden.
Unterschiedliche Krankheitsbilder – aber nicht wegen der Krankheit
Zwar variieren die Renten je nach Diagnose statistisch, aber nicht wegen der Erkrankung selbst. Beispiel:
- Krebserkrankungen: Ø ca. 1.034 €
- Abhängigkeitserkrankungen: Ø ca. 776 €
Der Grund: Unterschiedliche Erwerbsverläufe. Wer lange und stabil gearbeitet hat, hat mehr Rentenpunkte gesammelt. Wer wegen Krankheit, Abhängigkeit oder geringem Einkommen weniger eingezahlt hat, erhält entsprechend weniger.
Was wirklich über die Rentenhöhe entscheidet
Die Erwerbsminderungsrente richtet sich nach:
-
- Rentenpunkten aus dem bisherigen Einkommen
- Alter bei Eintritt der Erwerbsminderung
- Zurechnungszeit (fiktive Weiterarbeit bis zum gesetzlichen Rentenalter)
Die Zurechnungszeit mildert Verluste, kann geringe Einkommen oder Erwerbslücken aber nicht komplett ausgleichen.
Warum die Erwerbsminderungsrente selten reicht
Selbst eine Rente von rund 1.000 Euro deckt in der Regel nicht den bisherigen Lebensstandard. Dazu kommt: Die Bewilligung ist oft schwierig, viele Anträge werden zunächst abgelehnt.
Private Berufsunfähigkeitsversicherung: Unverzichtbare Ergänzung
Eine BU-Versicherung leistet, wenn der zuletzt ausgeübte Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich ist – unabhängig davon, ob der Staat eine Erwerbsminderungsrente zahlt. Die Höhe der BU-Rente kann individuell festgelegt und über Nachversicherung und Dynamik angepasst werden.
Gerade Berufe mit körperlicher oder psychischer Belastung profitieren von dieser Absicherung besonders. Eine ausführliche BU-Beratung ist für jeden sinnvoll.Die Erkrankung selbst bestimmt nicht die Höhe der Erwerbsminderungsrente. Entscheidend sind die Rentenpunkte und die Erwerbsbiografie. Da die staatliche Rente meist nicht reicht, ist private Vorsorge – insbesondere eine Berufsunfähigkeitsversicherung – ein zentraler Baustein für finanzielle Sicherheit.
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