DURHAM / LONDON (IT BOLTWISE) – Wissenschaftler untersuchen intensiv die Auswirkungen von Weltraumstrahlung auf den menschlichen Körper, insbesondere auf das Herz-Kreislauf-System. Mit bevorstehenden Missionen zum Mond und Mars wird das Verständnis dieser Risiken immer wichtiger. Forscher an der Duke University arbeiten mit der NASA zusammen, um die gesundheitlichen Gefahren zu minimieren.

Die Erforschung der Auswirkungen von Weltraumstrahlung auf den menschlichen Körper gewinnt zunehmend an Bedeutung, insbesondere im Hinblick auf geplante Langzeitmissionen zum Mond und Mars. Ein zentrales Anliegen ist die hochenergetische Strahlung, die von der Sonne und fernen Galaxien ausgeht und die Gesundheit der Astronauten sowohl während als auch nach ihren Missionen gefährden kann.
Im Gegensatz zur Erde, die durch ein Magnetfeld und eine Atmosphäre geschützt ist, bietet der Weltraum keinen solchen Schutz. Dies bedeutet, dass Astronauten einer Strahlung ausgesetzt sind, die ihre Gesundheit ernsthaft beeinträchtigen könnte. Dawn Bowles, eine Forscherin an der Duke University, arbeitet eng mit der NASA zusammen, um die Auswirkungen dieser Strahlung auf das Herz zu untersuchen.
Bowles, ursprünglich als Virologin ausgebildet, ist eine von neun Hauptforschern, die von der NASA in das Space Radiation Element-Programm aufgenommen wurden. Ziel ist es, die schädlichen Effekte der Weltraumstrahlung auf die Gesundheit der Astronauten zu mildern. Ihre Forschung findet in einer einzigartigen Einrichtung am Brookhaven National Laboratory in New York statt, wo das NASA Space Radiation Laboratory beheimatet ist.
Die Herausforderung, das kardiovaskuläre Risiko der Weltraumstrahlung anhand von Astronautendaten zu verstehen, ist groß, da nur 24 Apollo-Astronauten über die niedrige Erdumlaufbahn hinaus gereist sind. Diese begrenzte Datenlage erschwert es, definitive Schlussfolgerungen zu ziehen. Studien an Tieren haben jedoch gezeigt, dass Strahlung zu einer Versteifung der Arterien, Schäden an der Herzstruktur und Veränderungen im Herzrhythmus führen kann.
Bowles und ihr Team verwenden fortschrittliche Werkzeuge, um die Auswirkungen der Strahlung auf Gewebe auf molekularer Ebene zu untersuchen. Sie erforschen auch, ob bestehende Medikamente helfen könnten, die Schäden zu reduzieren. Ein kürzlich eingereichtes Papier analysiert, ob vorhandene Medikamente umfunktioniert werden könnten, um die Strahlenschäden zu mindern.
Die Forschung könnte nicht nur Astronauten zugutekommen, sondern auch Menschen auf der Erde, die niedrigen Strahlungsdosen ausgesetzt sind, wie etwa medizinisches Personal. Bowles bleibt trotz finanzieller Unsicherheiten optimistisch und betont die Bedeutung ihrer Arbeit für die zukünftige Raumfahrt und die medizinische Forschung.
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