FRANKFURT / LONDON (IT BOLTWISE) – Die deutsche Chemieindustrie steht vor einer ernsten Herausforderung. Im dritten Quartal sank die Produktion um 4,3 Prozent, was auf eine schwache Industriekonjunktur und hohe Standortkosten zurückzuführen ist. Der Branchenverband VCI warnt vor einem möglichen Knock-out, da die Auslastung der Anlagen auf einen neuen Tiefstand gefallen ist.

Die deutsche Chemieindustrie sieht sich mit einer anhaltenden Krise konfrontiert, die sich im dritten Quartal dieses Jahres weiter verschärft hat. Laut dem Verband der Chemischen Industrie (VCI) ist die Produktion um 4,3 Prozent gesunken, was auf eine schwache Nachfrage und hohe Standortkosten zurückzuführen ist. Besonders betroffen ist die Chemiebranche, während die Pharmabranche einen leichten Zuwachs verzeichnete.
Die Auslastung der Chemieanlagen fiel auf nur noch 70 Prozent, was deutlich unter der rentablen Schwelle liegt. Diese Entwicklung wird durch eine schwache Industriekonjunktur und weltweite Überkapazitäten verstärkt. Der VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup beschreibt die Lage als düster und warnt vor einem möglichen Knock-out der Branche.
Ein weiterer Faktor, der die Situation verschärft, ist das schwache Exportgeschäft. Trotz der Herausforderungen in der Chemiebranche konnte die Pharmabranche ein Wachstum von 3,4 Prozent verzeichnen, was jedoch nicht ausreicht, um die Verluste in der Chemie auszugleichen. Der Umsatz der gesamten Branche schrumpfte um 2,3 Prozent auf 52,1 Milliarden Euro.
Die Prognosen für die Zukunft sind ebenfalls wenig optimistisch. Der VCI rechnet für das Jahr 2025 mit einer stagnierenden Produktion und einem weiteren Umsatzrückgang. Die Stimmung in der Branche hat sich laut einer Umfrage des Ifo-Instituts im Oktober weiter verschlechtert, was auf den niedrigsten Auftragsbestand seit über 30 Jahren zurückzuführen ist.
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