NEW YORK / LONDON (IT BOLTWISE) – Der bekannte Investor Michael Burry, bekannt aus dem Film ‘The Big Short’, erhebt schwere Vorwürfe gegen große Technologieunternehmen. Er behauptet, dass diese durch aggressive Bilanzierungsmethoden ihre Gewinne im Zuge des KI-Booms künstlich aufblähen. Insbesondere wirft er den sogenannten ‘Hyperscalern’ vor, die Abschreibungen ihrer Hardware zu niedrig anzusetzen, um so höhere Gewinne auszuweisen.

Michael Burry, der durch seine Wetten gegen den Immobilienmarkt vor der Finanzkrise 2008 bekannt wurde, hat erneut für Aufsehen gesorgt. In einem kürzlich veröffentlichten Beitrag auf der Plattform X beschuldigt er führende Technologieunternehmen, ihre Gewinne durch fragwürdige Bilanzierungsmethoden zu erhöhen. Diese Unternehmen, die als ‘Hyperscaler’ bekannt sind und die Infrastruktur für Cloud- und KI-Dienste bereitstellen, sollen die Lebensdauer ihrer Hardware, insbesondere von Chips, unrealistisch verlängern, um so die jährlichen Abschreibungen zu senken.
Diese Praxis, so Burry, führe zu einer künstlichen Erhöhung der ausgewiesenen Gewinne. Er schätzt, dass zwischen 2026 und 2028 durch diese Bilanzierungsmethoden Abschreibungen in Höhe von etwa 176 Milliarden US-Dollar unterschätzt werden könnten. Besonders hebt er Oracle und Meta Platforms hervor, deren Gewinne bis 2028 um etwa 27% beziehungsweise 21% überbewertet sein könnten.
Die Vorwürfe sind schwerwiegend, doch die Beweisführung könnte sich als schwierig erweisen, da Unternehmen bei der Schätzung der Abschreibungen einen gewissen Spielraum haben. Laut den allgemein anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen (GAAP) können Unternehmen die Kosten für große Anschaffungen wie Server und Chips über die geschätzte Nutzungsdauer verteilen. Eine längere Nutzungsdauer führt zu geringeren jährlichen Abschreibungen und somit zu höheren ausgewiesenen Gewinnen.
Burry, der kürzlich auch gegen die KI-Favoriten NVIDIA und Palantir Technologies gewettet hat, sieht Parallelen zur Tech-Blase der späten 1990er Jahre. Seine jüngsten Investitionen umfassen Put-Optionen im Wert von etwa 187 Millionen US-Dollar gegen NVIDIA und 912 Millionen US-Dollar gegen Palantir. Diese Wetten haben bereits Reaktionen hervorgerufen, darunter eine scharfe Kritik von Palantir-CEO Alex Karp.
Die Aktien von NVIDIA und Palantir reagierten auf die Nachrichten mit Kursschwankungen. Während NVIDIA nach einem Rückgang in der Vorwoche um 6% zulegte, stiegen die Palantir-Aktien um fast 9%. Burry kündigte an, dass er am 25. November weitere Details zu seinen Vorwürfen veröffentlichen werde. Die Branche wartet gespannt auf weitere Enthüllungen, die möglicherweise Licht in die Praktiken der Hyperscaler bringen könnten.
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