MÜNCHEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Siemens plant, durch Investitionen in Künstliche Intelligenz sein Digitalgeschäft erheblich zu erweitern. Das Unternehmen strebt ein jährliches Umsatzwachstum von 15 Prozent bis 2030 an, was eine Verdopplung des Umsatzes im Vergleich zum letzten Geschäftsjahr bedeutet. Gleichzeitig sorgt die geplante Abspaltung von Siemens Healthineers für Unruhe unter den Investoren, was sich in einem Kursrückgang der Siemens-Aktie widerspiegelt.

Siemens hat ehrgeizige Pläne zur Expansion seines Digitalgeschäfts vorgestellt, die auf umfangreichen Investitionen in Künstliche Intelligenz basieren. Bis 2030 soll der Umsatz in diesem Bereich jährlich um 15 Prozent steigen, was eine Verdopplung im Vergleich zu den 9,4 Milliarden Euro des letzten Geschäftsjahres bedeutet. Diese Wachstumsstrategie wird durch Investitionen von einer Milliarde Euro in KI-Anwendungen unterstützt, wobei der Fokus auf den Märkten in den USA, China und Indien liegt. Roland Busch, der CEO von Siemens, betont, dass die Investitionen gezielt in industrielle KI-Anwendungen fließen und nicht in teure Rechenleistung.
Für den Gesamtkonzern hebt Siemens seine Umsatzerwartungen auf ein Wachstum von 6 bis 9 Prozent an, was eine Erhöhung im Vergleich zu den zuvor prognostizierten 5 bis 7 Prozent darstellt. Diese optimistischen Aussichten werden jedoch durch die geplante Abspaltung von Siemens Healthineers getrübt, die bei Investoren Bedenken hervorruft. Zunächst sollen 30 Prozent der Anteile abgespalten werden, was auf den Druck der Investoren zurückzuführen ist, die eine klare Trennung vom medizintechnischen Geschäft fordern.
Die Reaktion der Börse auf diese Ankündigungen war negativ, was sich in einem Rückgang der Siemens-Aktie um rund fünf Prozent niederschlug. Analysten kritisieren insbesondere die längere als erwartete Dauer bis zur vollständigen Entkonsolidierung von Siemens Healthineers. Trotz dieser Herausforderungen konnte Siemens im letzten Geschäftsjahr einen Rekordgewinn von 10,4 Milliarden Euro erzielen, was einer Steigerung von 16 Prozent entspricht. Dieser Erfolg ist auf einen Sondereffekt aus dem Verkauf von Innomotics sowie auf ein starkes Abschneiden im Geschäftsbereich Smart Infrastructure zurückzuführen.
In der Zukunft plant Siemens, trotz möglicher Herausforderungen durch schwache Währungen wie den US-Dollar, weiteres Wachstum. Analysten zeigen sich jedoch skeptisch hinsichtlich der Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr und heben insbesondere die Herausforderungen durch Währungsungleichgewichte hervor. Siemens bleibt dennoch optimistisch und setzt auf die strategische Bedeutung der Digitalisierung und der KI, um seine Marktposition weiter zu stärken.
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