BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Google wurde vom Landgericht Berlin dazu verurteilt, dem Preisvergleichsportal Idealo 465 Millionen Euro Schadensersatz zu zahlen. Dies markiert einen bedeutenden Schritt im Kampf gegen den Missbrauch von Marktmacht durch große Technologiekonzerne. Idealo hatte Google vorgeworfen, seine marktbeherrschende Stellung über Jahre hinweg missbraucht zu haben, um eigene Angebote zu bevorzugen.

Das Landgericht Berlin hat entschieden, dass Google dem deutschen Preisvergleichsportal Idealo 465 Millionen Euro Schadensersatz zahlen muss. Diese Entscheidung ist ein bedeutender Schritt im Kampf gegen den Missbrauch von Marktmacht durch große Technologiekonzerne. Idealo, mehrheitlich im Besitz des Medienkonzerns Axel Springer, hatte Google vorgeworfen, seine marktbeherrschende Stellung als Suchmaschine über Jahre hinweg missbraucht zu haben, um eigene Angebote zu bevorzugen.
Die Klage von Idealo bezog sich auf den Zeitraum von 2008 bis Ende 2023. Ursprünglich hatte das Unternehmen mindestens 3,3 Milliarden Euro von Google gefordert. Die Richter folgten in ihrem Urteil im Kern den Argumenten von Idealo, wichen jedoch bei der Schadenshöhe deutlich ab. Für die Jahre 2024 und 2025 könnte Idealo weiteren Schadensersatz verlangen.
In einem ähnlichen Fall wurde der Producto GmbH (Testberichte.de) ebenfalls ein Schadensersatz in Millionenhöhe zugesprochen. Hier beläuft sich die Summe auf gut 107 Millionen Euro. Beide Urteile sind noch nicht rechtskräftig, und es ist jeweils die Berufung zum Kammergericht Berlin möglich. Sowohl Idealo als auch Google haben bereits angekündigt, Rechtsmittel einzulegen.
Die Klagen stützen sich unter anderem auf die bereits von der EU-Kommission 2017 verhängte hohe Kartellstrafe gegen Google in diesem Bereich. Diese Geldbuße in Höhe von 2,4 Milliarden Euro wurde 2023 durch den Europäischen Gerichtshof (EuGH) bestätigt. Idealo sieht sich durch das Urteil des Landgerichts in seiner Auffassung bestätigt, dass Google seine Marktmacht weit über den Zeitpunkt der Kommissionsentscheidung hinaus missbraucht habe.
Ein Google-Sprecher äußerte sich zu dem Urteil und betonte, dass das Gericht die Mehrheit der überzogenen Forderungen abgewiesen habe. Dennoch weise Google die beiden Urteile entschieden zurück und werde Rechtsmittel einlegen. Die Änderungen, die Google 2017 vorgenommen habe, hätten sich bewährt, ohne dass die Europäische Kommission eingegriffen habe.
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