LONDON (IT BOLTWISE) – Der bekannte Investor Michael Burry hat seinen Hedgefonds Scion Asset Management geschlossen und erhebt schwere Vorwürfe gegen große Technologieunternehmen. Er beschuldigt sie, durch Bilanztricks ihre Gewinne künstlich zu erhöhen. Diese Entwicklungen könnten das Vertrauen der Anleger nachhaltig erschüttern.

Michael Burry, bekannt aus dem Film “The Big Short” für seine präzise Vorhersage der Finanzkrise 2008, hat kürzlich seinen Hedgefonds Scion Asset Management geschlossen. Diese Entscheidung fiel in einer Zeit, in der Burry schwere Vorwürfe gegen große Technologieunternehmen erhebt. Er beschuldigt sie, durch die Verlängerung der Nutzungsdauer von Hardware wie NVIDIA-Chips und Servern ihre Abschreibungen künstlich niedrig zu halten. Diese Praxis, so Burry, führe zu einer erheblichen Verzerrung der ausgewiesenen Gewinne.
In einem Brief an die Investoren erklärte Burry, dass seine Einschätzung des Wertes von Wertpapieren nicht mehr mit der Marktentwicklung übereinstimme. Diese Diskrepanz habe ihn dazu veranlasst, die Gelder des Fonds zu liquidieren und an die Anleger zurückzuzahlen. Laut einer Eintragung bei der US-Börsenaufsicht SEC wurde Scion Asset Management offiziell beendet, was auch das Ende der Berichtspflicht bei der Aufsichtsbehörde bedeutet.
Parallel zu seinem Rückzug aus dem Hedgefonds-Geschäft hat Burry massive Short-Positionen gegen NVIDIA und Palantir aufgebaut. Diese Wetten deuten darauf hin, dass er von einem Kursrückgang dieser Unternehmen ausgeht. Laut SEC-Dokumenten belaufen sich diese Positionen auf 186,6 Millionen US-Dollar bei NVIDIA und 912 Millionen US-Dollar bei Palantir. Burry selbst gab an, 9,2 Millionen US-Dollar in Puts auf Palantir investiert zu haben, die ihm erlauben würden, die Aktien zu einem festgelegten Preis zu verkaufen.
Die Vorwürfe gegen die Technologieunternehmen könnten weitreichende Folgen haben. Burry behauptet, dass die fragwürdigen Abschreibungsmethoden bis 2028 zu einer Unterbewertung der tatsächlichen Abschreibungen um rund 176 Milliarden US-Dollar führen könnten. Besonders betroffen seien Unternehmen wie Oracle und Meta, deren Gewinne durch diese Methoden um bis zu 27 Prozent beziehungsweise 21 Prozent überhöht sein könnten. Diese Praktiken könnten das Vertrauen der Anleger in die Geschäftsmodelle der betroffenen Unternehmen erheblich erschüttern.
In einem mysteriösen Tweet kündigte Burry an, dass am 25. November weitere Enthüllungen folgen würden. Brancheninsider spekulieren, dass Burry möglicherweise von einem klassischen Hedgefonds-Modell zu einer Family-Office-Struktur übergehen könnte, um sich aus dem öffentlichen Fokus zurückzuziehen. Diese Entwicklung wird von vielen als ein Rückzug aus einem Spiel gesehen, das Burry als manipuliert betrachtet.
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