WIESBADEN / LONDON (IT BOLTWISE) – In den letzten zwei Jahren haben deutsche Unternehmen Zehntausende von Arbeitsplätzen ins Ausland verlagert. Laut dem Statistischen Bundesamt in Wiesbaden haben 1.300 Firmen mit mindestens 50 Beschäftigten Unternehmensfunktionen ganz oder teilweise verlagert. Dies führte zu einem Nettoverlust von rund 50.800 Stellen in Deutschland, wobei die Produktion von Waren besonders betroffen war.

In den letzten Jahren haben deutsche Unternehmen verstärkt Arbeitsplätze ins Ausland verlagert, um von niedrigeren Lohnkosten und anderen wirtschaftlichen Vorteilen zu profitieren. Zwischen 2021 und 2023 haben 1.300 Firmen mit mindestens 50 Beschäftigten Unternehmensfunktionen ganz oder teilweise ins Ausland verlagert, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtet. Diese Entwicklung betrifft 2,2 Prozent aller in Deutschland ansässigen Unternehmen dieser Größe.
Die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland führte zu einem erheblichen Stellenabbau in Deutschland. Insgesamt wurden 71.100 Stellen abgebaut, während gleichzeitig 20.300 neue Arbeitsplätze geschaffen wurden, etwa durch Umschichtungen in andere Unternehmensfunktionen oder Neueinstellungen aufgrund erzielter Kosteneinsparungen. Netto gingen somit rund 50.800 Stellen verloren, wobei die Produktion von Waren besonders stark betroffen war.
Ein wesentlicher Grund für die Verlagerung von Arbeitsplätzen sind die niedrigeren Lohnkosten im Ausland. Knapp drei Viertel der befragten Unternehmen gaben an, dass die Senkung der Lohnkosten ein Hauptmotiv für die Verlagerung sei. Auch strategische Entscheidungen und andere Kostenvorteile spielten eine Rolle. Der Fachkräftemangel im Inland wurde von 38 Prozent der Unternehmen als weiterer Grund genannt.
Die meisten Unternehmen, die Arbeitsplätze verlagerten, wählten Zielorte innerhalb der Europäischen Union. 900 Firmen verlagerten Arbeitsplätze in EU-Staaten, während 700 Unternehmen sich für Länder außerhalb der EU entschieden. Trotz der Vorteile gibt es auch Hindernisse bei der Verlagerung, wie rechtliche oder administrative Hürden sowie steuerliche Probleme. Einige Unternehmen äußerten Bedenken, dass die Kosten der Verlagerung den Nutzen übersteigen könnten.
Insgesamt sind 59 Prozent der deutschen Unternehmen mit 50 und mehr Beschäftigten in globale Wertschöpfungsketten eingebunden. Sie beziehen Waren oder Dienstleistungen aus dem Ausland oder liefern dorthin. Diese Zahlen stammen aus einer neuen Statistik zu globalen Wertschöpfungsketten, die erstmals Ergebnisse liefert und die zunehmende internationale Vernetzung der deutschen Wirtschaft aufzeigt.
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