BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie zeigt, dass die Digitalisierung in der deutschen Gebäudeverwaltung erheblich hinterherhinkt. Trotz wachsender Anforderungen und technologischer Fortschritte dominieren manuelle Prozesse und Entscheidungen aus dem Bauchgefühl. Die Umfrage unterstreicht den dringenden Bedarf an modernen, datenbasierten Lösungen.

Die Digitalisierung in der Gebäudeverwaltung ist ein Thema, das zunehmend an Bedeutung gewinnt, insbesondere in Deutschland. Eine aktuelle Studie der Nemetschek Group offenbart jedoch erhebliche Defizite in diesem Bereich. Trotz der Verfügbarkeit moderner Technologien und wachsender Anforderungen an Nachhaltigkeit und Effizienz, bleibt die Branche stark von manuellen Prozessen geprägt. Viele Entscheidungen basieren nach wie vor auf Bauchgefühl statt auf fundierten Datenanalysen.
Die Umfrage, die Teil der Studie „Rewiring Real Estate“ ist, befragte 452 gewerbliche Gebäudeverwalter in Deutschland, Großbritannien und den USA. Die Ergebnisse zeigen, dass in Deutschland 42,7 % der Befragten ihre Daten in Excel-Tabellen verwalten, während 36,7 % noch auf Papier setzen. Diese Zahlen sind im internationalen Vergleich besonders hoch und deuten auf einen erheblichen Nachholbedarf hin.
Interessanterweise glauben dennoch 54,7 % der deutschen Befragten, dass ihre Methoden „State-of-the-Art“ seien. Diese Diskrepanz zwischen Selbstwahrnehmung und Realität ist in Großbritannien sogar noch ausgeprägter. Dort sind 88 % der Meinung, sie hätten Zugriff auf Echtzeitdaten, obwohl die tatsächliche Nutzung spezialisierter Plattformen gering ist.
Dr. Jimmy Abualdenien von der Nemetschek Group betont, dass die Branche den Wert von Daten erkannt hat, jedoch in veralteten Arbeitsabläufen gefangen bleibt. Eine echte Transformation erfordert nicht nur neue Software, sondern auch eine umfassende Verknüpfung aller Betriebsdaten, um Effizienzgewinne durch Monitoring und automatisierte Optimierungen zu erzielen.
Ein weiteres Hindernis ist der Mangel an qualifiziertem Personal. 68 % der Befragten geben an, dass sie mit steigenden Anforderungen konfrontiert sind, aber nicht über die notwendigen Ressourcen verfügen. Oft sind die vorhandenen Mitarbeiter mit manuellen Tätigkeiten ausgelastet, was die Einführung effizienterer Prozesse erschwert.
Die Studie zeigt, dass es nicht nur an der Technologie, sondern vor allem am Verständnis für deren Anwendung mangelt. Anbieter von digitalen Lösungen müssen daher über die reine Produktwerbung hinausgehen und den Unternehmen zeigen, wie sie den Wert digitaler Tools nutzen können, um fundiertere Entscheidungen zu treffen.
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