LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie zeigt, dass toxische Männlichkeit indirekt die Bereitschaft von Männern, emotionale Unterstützung zu suchen, verringert. Diese kulturellen Normen fördern emotionale Zurückhaltung, was die Inanspruchnahme von psychologischer Hilfe erschwert.

Eine aktuelle Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Personality and Individual Differences, beleuchtet die indirekten Auswirkungen toxischer Männlichkeit auf das Hilfesuchverhalten von Männern. Die Forschung zeigt, dass toxische Männlichkeit nicht direkt vorhersagt, ob Männer Hilfe bei emotionalen oder suizidalen Problemen suchen, jedoch mit einem Muster emotionaler Zurückhaltung verbunden ist, das dies tut. Diese Erkenntnisse könnten dazu beitragen, den Zugang zu psychischen Gesundheitsdiensten für Männer zu verbessern, die trotz erhöhter Suizidgefahr in Behandlungseinrichtungen unterrepräsentiert sind.
Toxische Männlichkeit beschreibt eine Reihe kultureller Überzeugungen, die traditionelle männliche Geschlechternormen übertreiben, insbesondere solche, die Härte, emotionale Unterdrückung, Dominanz über andere und die Ablehnung von allem, was als weiblich wahrgenommen wird, betonen. Im Gegensatz zur allgemeinen Männlichkeit, die neutrale oder sogar positive Eigenschaften wie Unabhängigkeit oder Verantwortung umfassen kann, bezieht sich toxische Männlichkeit auf Eigenschaften, die Schaden anrichten können.
Die Forschung wurde von Eva Horton, Nathaniel Schermerhorn und Paul Hanel an der University of Essex und der Essex Partnership University Trust durchgeführt. Ihr Ziel war es, zu klären, wie spezifische Einstellungen, die mit toxischer Männlichkeit verbunden sind, wie Aggression, Dominanz und die Vermeidung emotionaler Verwundbarkeit, zu Barrieren im Hilfesuchverhalten von Männern beitragen.
Die Forscher untersuchten, ob toxische Männlichkeit emotionale Einschränkungen bei Männern fördert und ob diese Einschränkung viele davon abhält, professionelle Hilfe bei emotionalem Stress zu suchen. Ihre Motivation resultierte aus anhaltenden gesundheitspolitischen Bedenken im Vereinigten Königreich, wo die Suizidraten bei Männern deutlich höher sind als bei Frauen und psychische Gesundheitsdienste von männlichen Bevölkerungsgruppen weniger genutzt werden.
Die Studie umfasste zwei Untersuchungen. Die erste umfasste 220 Teilnehmer – 66 Männer, 152 Frauen und 2 Personen, die sich als andere Geschlechter identifizierten – im Alter von 18 bis 83 Jahren. Die Teilnehmer füllten eine Reihe psychologischer Skalen aus, die ihre Zustimmung zu toxischer Männlichkeit und verwandten Eigenschaften wie Aggression, Dominanz und der Vermeidung von Weiblichkeit maßen. Die Forscher maßen auch “restriktive Emotionalität”, also den Glauben, dass Männer keine emotionale Verwundbarkeit zeigen sollten.
In beiden Studien war toxische Männlichkeit stark mit restriktiver Emotionalität verbunden. Männer, die traditionelle männliche Normen befürworteten, die auf Dominanz und Aggression basieren, glaubten eher, dass das Zeigen von Emotionen ein Zeichen von Schwäche ist. Diese Personen neigten auch dazu, hohe Selbstständigkeit und emotionale Kontrolle zu berichten, Eigenschaften, die bei Männern oft sozial gefördert werden, aber bei extremen Ausprägungen der psychischen Gesundheit schaden können.
Die Forscher fanden heraus, dass restriktive Emotionalität ein stärkerer Prädiktor dafür war, ob jemand Hilfe bei emotionalen Schwierigkeiten oder suizidalen Gedanken suchen würde. Männer, die glaubten, sie sollten ihre Emotionen verbergen, gaben signifikant seltener an, dass sie Hilfe von psychischen Gesundheitsfachleuten, Freunden oder intimen Partnern suchen würden.
Die Ergebnisse der Studie haben praktische Relevanz für die Gestaltung von Programmen zur psychischen Gesundheitsförderung für Männer. Anstatt emotionale Verwundbarkeit als Abkehr von der Männlichkeit darzustellen, könnten Programme darauf abzielen, emotionale Offenheit als Stärke neu zu definieren. Interventionen könnten auch speziell darauf abzielen, restriktive Emotionalität zu adressieren, die sich als unmittelbarere Barriere für das Hilfesuchverhalten herausgestellt hat als die toxische Männlichkeit selbst.
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