LONDON (IT BOLTWISE) – Immer mehr Fachkräfte in MINT-Berufen setzen Künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz ein, ohne die Genehmigung ihrer Arbeitgeber einzuholen. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass in Deutschland 77 Prozent der MINT-Fachkräfte KI-Tools wie ChatGPT und Google Gemini nutzen, ohne dass diese von der IT-Abteilung freigegeben wurden. Diese Praxis birgt erhebliche Risiken, insbesondere im Hinblick auf Datenschutz und Unternehmenssicherheit.

In der heutigen digitalen Arbeitswelt greifen immer mehr Fachkräfte in den MINT-Berufen auf Künstliche Intelligenz zurück, um ihre Arbeitsprozesse zu optimieren. Dabei nutzen sie häufig KI-Tools wie ChatGPT, Google Gemini oder Perplexity, ohne die erforderliche Genehmigung ihrer Arbeitgeber einzuholen. Diese Praxis, bekannt als ‘Schatten-IT’, birgt erhebliche Risiken für Unternehmen und ihre Mitarbeiter.
Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov, die im Auftrag der britischen Personalvermittlung Sthree durchgeführt wurde, zeigt, dass in Deutschland 77 Prozent der MINT-Fachkräfte KI-Tools ohne offizielle Freigabe verwenden. Diese Entwicklung ist nicht nur auf Deutschland beschränkt; weltweit nutzen zwei von drei befragten Fachkräften KI-Tools ohne Genehmigung.
Die Risiken der Schatten-IT sind vielfältig. Zum einen besteht die Gefahr, dass sensible Daten wie Kundendaten oder interne Dokumente unbemerkt in KI-Tools hochgeladen werden. Dies könnte zu Verstößen gegen die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) führen, was hohe Bußgelder nach sich ziehen kann. Zum anderen könnten KI-Anbieter wie OpenAI oder Google die Daten speichern und für Trainingszwecke verwenden, was ebenfalls rechtliche Konsequenzen haben könnte.
Darüber hinaus kann die Nutzung nicht genehmigter KI-Tools den internen Betriebsablauf stören. Entscheidungen könnten auf der Basis von unzureichend getesteten KI-Tools getroffen werden, was zu fehlerhaften Ergebnissen führen könnte. Trotz dieser Risiken sehen viele Fachkräfte in der Nutzung von KI-Tools vor allem Effizienzvorteile. Ein Drittel der Befragten gibt an, dass sie durch den Einsatz nicht autorisierter KI ihre Arbeit beschleunigen können.
Die Studie zeigt auch, dass MINT-Fachkräfte in Deutschland besonders risikobereit sind. Knapp ein Viertel nutzt die nicht autorisierten KI-Tools mindestens einmal am Tag. Diese Risikobereitschaft könnte auf die technische Neugier der Fachkräfte zurückzuführen sein, die durch den Einsatz von KI-Tools neue Fähigkeiten erlernen wollen, die ihnen der Arbeitgeber oder das Team nicht bietet.
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