LONDON (IT BOLTWISE) – Ein bemerkenswerter Durchbruch in der Weltraumforschung zeigt, dass Moossporen nach neun Monaten im Vakuum des Weltraums überleben können. Diese Entdeckung könnte den Weg für die Entwicklung von landwirtschaftlichen Systemen auf dem Mond und Mars ebnen.

Die jüngste Forschung über die Widerstandsfähigkeit von Moossporen im Weltraum könnte weitreichende Auswirkungen auf die zukünftige Landwirtschaft jenseits der Erde haben. Wissenschaftler der Hokkaido University haben herausgefunden, dass mehr als 80 % der Moossporen, die neun Monate lang den extremen Bedingungen des Weltraums ausgesetzt waren, überlebten und nach ihrer Rückkehr zur Erde weiterhin keimfähig waren. Diese Entdeckung unterstreicht die bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit von Lebewesen, die sich auf der Erde entwickelt haben, und eröffnet neue Möglichkeiten für die Nutzung von Pflanzen in extraterrestrischen Umgebungen.
Moose sind bekannt für ihre Fähigkeit, in extremen Umgebungen wie den Gipfeln des Himalaya oder den Wüsten des Death Valley zu überleben. Diese Eigenschaften machten sie zu idealen Kandidaten für Experimente im Weltraum. Die Forscher um Tomomichi Fujita untersuchten die Überlebensfähigkeit von Physcomitrium patens, auch bekannt als Erdmoos, unter simulierten Weltraumbedingungen, die intensive UV-Strahlung, extreme Temperaturen und Vakuum umfassen. Dabei zeigte sich, dass die Sporophyten, die die Sporen enthalten, besonders widerstandsfähig sind.
Die Experimente ergaben, dass UV-Strahlung die größte Bedrohung darstellt, doch die Sporophyten übertrafen andere Moosstrukturen in ihrer Widerstandsfähigkeit. Während juvenile Moose und Brutkörper den extremen Bedingungen nicht standhalten konnten, zeigten die eingekapselten Sporen eine etwa 1.000-fach höhere UV-Toleranz und überlebten Temperaturen von -196°C für mehr als eine Woche oder 55°C für einen ganzen Monat. Diese Schutzmechanismen könnten den frühen Landpflanzen geholfen haben, sich vor 500 Millionen Jahren vom Wasser auf das Land zu bewegen.
Im März 2022 wurden Hunderte von Sporophyten zur Internationalen Raumstation (ISS) geschickt, wo sie 283 Tage lang den Weltraumbedingungen ausgesetzt waren. Nach ihrer Rückkehr zur Erde im Januar 2023 zeigten Analysen, dass die meisten Sporen überlebt hatten und gesund blieben. Diese Ergebnisse könnten zukünftige Studien zur Kultivierung von Pflanzen in extraterrestrischen Böden unterstützen und die Entwicklung von landwirtschaftlichen Systemen für den Mond und Mars fördern.
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