WASHINGTON D.C. / LONDON (IT BOLTWISE) – Die NASA plant eine innovative Rettungsmission für das Neil Gehrels Swift-Weltraumteleskop, das droht, auf die Erde zu stürzen. Ein US-Startup soll das Teleskop in einen höheren Orbit zurückbringen, um seine Lebensdauer zu verlängern.

Die NASA steht vor einer außergewöhnlichen Herausforderung: Das Neil Gehrels Swift-Weltraumteleskop, das seit über 20 Jahren im Erdorbit Gammablitze untersucht, droht auf die Erde zu stürzen. Ursprünglich in einer Höhe von 600 Kilometern gestartet, hat sich seine Umlaufbahn auf 400 Kilometer verringert, was seinen Absturz beschleunigt. Ein Nachfolger ist nicht geplant, weshalb die NASA nun auf eine unkonventionelle Rettungsmethode setzt.
Ein US-Startup, Katalyst Space Technologies aus Arizona, hat den Auftrag erhalten, das Teleskop in einen höheren Orbit zurückzubringen. Mit einem Budget von 30 Millionen Dollar soll eine Raumsonde mithilfe einer Pegasus-Rakete von Northrop Grumman gestartet werden. Diese Rakete wird aus einem Flugzeug in 12.000 Metern Höhe abgeworfen und steigt dann ins All auf. Die Mission ist für Juni 2026 geplant, was einen engen Zeitrahmen von nur acht bis neun Monaten nach Vertragsunterzeichnung bedeutet.
Die technische Herausforderung ist enorm: Das Swift-Teleskop wurde nie dafür gebaut, im All berührt zu werden. Die Raumsonde muss das Teleskop mit drei Roboterarmen einfangen, ohne dessen empfindliche Optik zu beschädigen. Besonders heikel ist, dass die Optik des Teleskops nicht zur Sonne, Erde oder zum Mond zeigen darf, um Schäden zu vermeiden. Das Team von Katalyst durchforstet alte Fotos und konsultiert Experten, um die besten Punkte für den Zugriff zu bestimmen.
Gelingt die Mission, könnte sie als Vorbild für zukünftige Rettungseinsätze dienen. Es wäre das erste Mal, dass ein privates Raumschiff einen unbemannten US-Regierungssatelliten einfängt. Die NASA hofft, dass das Teleskop nach der Rettung wieder 22 Jahre im Orbit verbleiben kann. Diese Mission könnte eine neue Ära schneller und effizienter Einsätze einläuten, die auch für andere Satelliten und Raumfahrzeuge genutzt werden könnten.
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