WIEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Der österreichische Solartechnologiehersteller Fronius hat seine Mitgliedschaft bei SolarPower Europe beendet. Der Grund: Der Verbleib von Huawei im Verband trotz laufender EU-Ermittlungen gegen den chinesischen Konzern. Diese Entscheidung wirft ein Schlaglicht auf die wachsenden sicherheitspolitischen Bedenken in der europäischen Solarindustrie.

Der Rückzug von Fronius aus SolarPower Europe markiert einen bedeutenden Schritt in der europäischen Solarindustrie, der auf tiefgreifende sicherheitspolitische Bedenken hinweist. Fronius, ein führender Anbieter von Solartechnologie, hat seine Mitgliedschaft im Verband beendet, nachdem dieser sich weigerte, Huawei auszuschließen. Die Entscheidung von Fronius unterstreicht die wachsende Besorgnis über die Abhängigkeit von chinesischer Technologie in kritischen Infrastrukturen.
Fronius hatte dem Verband eine Frist von zwei Wochen gesetzt, um Huawei auszuschließen. Als SolarPower Europe jedoch entschied, Huawei als passives Mitglied zu behalten, zog Fronius die Konsequenzen. Das österreichische Unternehmen plant nun, seine Lobbyarbeit auf rein europäische Verbände wie den European Solar Manufacturing Council zu konzentrieren. Diese Entscheidung könnte als Präzedenzfall für andere europäische Hersteller dienen, die sich von der Dominanz chinesischer Firmen bedrängt fühlen.
Die Kontroverse um Huawei dreht sich um laufende EU-Ermittlungen wegen mutmaßlicher Bestechung von Europaabgeordneten. Trotz dieser Ermittlungen und der damit verbundenen Risiken entschied SolarPower Europe, Huawei im Verband zu behalten. Huawei, Europas größter Anbieter von Wechselrichtern, spielt eine zentrale Rolle in der Einspeisung von Solarstrom ins Netz. Experten warnen, dass unzuverlässige Anbieter theoretisch Netzengpässe oder sogar Blackouts verursachen könnten, was die strategische Abhängigkeit von chinesischer Technologie weiter verschärft.
Fronius warnt seit Langem vor der Manipulationsgefahr im europäischen Stromnetz. Der Verband habe diese Risiken verharmlost, kritisiert die Fronius-Chefin Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß. Wenn chinesische Hersteller, die bereits einen großen Teil des europäischen Solarmarkts kontrollieren, genug Hardware im Netz platzieren, könnten sie theoretisch systemkritische Teile beeinflussen. Diese Bedenken werden durch die Entscheidung von SolarPower Europe, Huawei im Verband zu behalten, weiter verstärkt.
SolarPower Europe verteidigt seine Entscheidung und betont, dass Huawei nicht an Ausschüssen, strategischen Gruppen oder Treffen mit EU-Institutionen teilnimmt. Dennoch bleibt Huawei ein zahlendes Mitglied. Der Verband betont, dass er nur Positionen vertritt, die gemeinsam mit allen Mitgliedern abgestimmt werden. Einzelmeinungen seien nicht maßgeblich. Dennoch könnte der Austritt von Fronius zu einem Vertrauensverlust führen, insbesondere in einer Phase, in der Europas Energieinfrastruktur geopolitisch unter Druck steht.
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