NEW YORK / LONDON (IT BOLTWISE) – Der Dezember beginnt an den US-Börsen mit einem schwachen Auftakt. Anleger zeigen sich angesichts global sinkender Risikobereitschaft defensiv. Sorgen über eine mögliche Leitzinserhöhung in Japan und der Druck auf Kryptowährungen prägen das Marktgeschehen.

Der Dezember hat an den US-Börsen mit einem schwachen Start begonnen, was die Anleger in eine defensive Haltung versetzt hat. Die jüngste Erholungsrallye scheint ins Stocken geraten zu sein, da die globale Risikobereitschaft abnimmt. Ein wesentlicher Faktor für die Unsicherheit ist die mögliche Leitzinserhöhung in Japan, die weltweit für Nervosität sorgt. Gleichzeitig stehen Kryptowährungen unter erheblichem Druck, was die Märkte zusätzlich belastet.
Der Dow Jones Industrial verzeichnete nach etwas mehr als einer Handelsstunde ein Minus von 0,7 Prozent und notierte bei 47.385 Punkten. Der S&P 500 fiel um ein halbes Prozent auf 6.812 Zähler, während der technologielastige NASDAQ 100 um 0,6 Prozent auf 25.272 Punkte sank. Besonders der NASDAQ-Index hatte in den ersten Minuten des Handels bereits Verluste von mehr als einem Prozent verbucht.
Für die wichtigsten US-Indizes droht damit eine Serie nach fünf positiven Handelstagen zu reißen. Auch der ISM-Einkaufsmanagerindex sendete schwache Konjunktursignale aus der US-Industrie, was die Anleger zusätzlich verunsichert. Diese Daten werden genau beobachtet, da die US-Notenbank Fed in der kommenden Woche über ihren geldpolitischen Kurs informiert. Derzeit wird eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine erneute Leitzinssenkung eingepreist.
Im Fokus steht auch die US-Notenbank, da Präsident Donald Trump seit Monaten Druck ausübt. Trump hatte angekündigt, Jerome Powell nach dem Ende seiner Amtszeit im Mai 2026 nicht erneut zu nominieren. Nach eigenen Angaben hat er bereits eine Entscheidung für einen neuen Fed-Chef getroffen, jedoch den Namen noch nicht bekannt gegeben. Bloomberg berichtet, dass Kevin Hassett, der Vorsitzende des Nationalen Wirtschaftsrats im Weißen Haus, als Favorit für den Posten gehandelt wird.
Die Aktien großer Tech-Konzerne gerieten mit der schwach gestarteten Nasdaq unter Druck. NVIDIA war zunächst unter den “Magnificent 7” der größte Verlierer, drehte aber zuletzt mit 0,9 Prozent ins Plus. Der Chipkonzern investiert im Rahmen einer Entwicklungs- und Designpartnerschaft zwei Milliarden Dollar in Aktien des Softwareherstellers Synopsys, was die Synopsys-Titel um 3,3 Prozent nach oben trieb.
Bei Strategy (ehemals MicroStrategy) machte sich ein Rücksetzer bei Kryptowährungen stark bemerkbar. Die Aktien fielen nach ihrer jüngsten Stabilisierung um elf Prozent. Das Unternehmen, das eigentlich als Softwarehersteller bekannt ist, investiert seit einigen Jahren stark in Kryptowährungen. Der Bitcoin-Kurs sackte am Montag um 6,5 Prozent ab und rutschte dabei deutlich unter die 85.000-Dollar-Marke.
Hohe Verluste von bis zu 6,1 Prozent gab es außerdem bei den Biotech-Unternehmen Moderna und Biontech, die während der Corona-Pandemie für ihre Impfstoffe bekannt wurden. Am Markt wurde darauf verwiesen, dass die US-Arzneimittelbehörde FDA in einem internen Schreiben neue Beschränkungen für die Zulassung von Impfstoffen angekündigt habe.
Ein positiver Lichtblick waren die Anteilsscheine von Barrick Mining, die ihren vom steigenden Goldpreis getriebenen Höhenflug der vergangenen Monate fortsetzten und mittlerweile auf ihrem höchsten Stand seit mehr als 13 Jahren stehen. Das Bergbau-Unternehmen prüft einen Börsengang seiner Goldaktivitäten in Nordamerika.
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