LONDON (IT BOLTWISE) – Die Bank of England hat vor einer möglichen Korrektur der Aktienwerte von Technologieunternehmen gewarnt, die sich auf Künstliche Intelligenz konzentrieren. Die aktuellen Bewertungen erinnern an die Dotcom-Blase der 2000er Jahre, was das Risiko eines plötzlichen Wertverlusts erhöht. Die Zentralbank plant zudem, die Kapitalanforderungen für Banken zu senken, um die Kreditvergabe zu fördern.

Die Bank of England hat kürzlich eine Warnung bezüglich einer möglichen Blase im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) ausgesprochen. Die Bewertung von Technologieunternehmen, die sich auf KI konzentrieren, sei derzeit besonders hoch, was an die Dotcom-Blase der späten 1990er Jahre erinnert. Damals führten überhöhte Erwartungen an das Internet zu einem dramatischen Einbruch der Aktienmärkte, als die Blase platzte.
In ihrem Finanzstabilitätsbericht hebt die Bank hervor, dass die Aktienkurse in Großbritannien nahe an den höchsten Bewertungen seit der Finanzkrise 2008 liegen. In den USA sind die Bewertungen vergleichbar mit denen vor dem Platzen der Dotcom-Blase. Diese Entwicklungen könnten zu einem plötzlichen und erheblichen Rückgang der Aktienwerte führen, insbesondere bei Unternehmen, die stark auf KI setzen.
Die Bank of England plant, die Kapitalanforderungen für Banken zu senken, um die Kreditvergabe zu fördern und das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Dies ist die erste Reduzierung der Kapitalanforderungen seit der Finanzkrise 2008. Die Entscheidung folgt auf Stresstests, die gezeigt haben, dass Banken in der Lage wären, eine Krise mit einer Verdopplung der Arbeitslosigkeit und einem Rückgang der Immobilienpreise um 5 % zu überstehen.
Ein weiterer Aspekt der Warnung betrifft die Finanzierung der KI-Entwicklung. Die Bank prognostiziert, dass das Wachstum des KI-Sektors in den nächsten fünf Jahren durch Billionen von Dollar an Schulden finanziert wird. Sollte es zu einer Korrektur der Vermögenspreise kommen, könnten die Verluste bei Krediten die Finanzstabilität gefährden. Die Bank of England ist nicht die einzige Institution, die vor diesen Risiken warnt. Auch der Internationale Währungsfonds und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung haben ähnliche Bedenken geäußert.
Die Bank of England betont jedoch, dass es Unterschiede zur Dotcom-Blase gibt. Viele der heutigen KI-Unternehmen generieren positive Cashflows und sind nicht nur auf Hoffnung aufgebaut. Dennoch bleibt das Risiko bestehen, dass nicht alle Unternehmen gleichermaßen erfolgreich sein werden. Die Konzentration des KI-Sektors in den USA, wo er einen großen Teil des Aktienmarktes ausmacht, erhöht das Risiko einer Marktverzerrung.
Zusätzlich zu den Risiken im KI-Sektor nennt die Bank auch geopolitische Spannungen, Handelskriege und steigende Kreditkosten als Bedrohungen für die Finanzstabilität. Diese Faktoren könnten zu Cyberangriffen und anderen Störungen führen. Um die Kreditvergabe zu erleichtern, schlägt die Bank vor, die Tier-1-Kapitalanforderungen für Banken von 14 % auf 13 % zu senken. Diese Änderung soll 2027 in Kraft treten und den Banken einen Puffer von 60 Milliarden Pfund gegen ihre Mindestanforderungen bieten.
Die Bank warnt auch Hausbesitzer, die in den nächsten zwei Jahren aus ihren Festzinsverträgen aussteigen, vor einem Anstieg ihrer monatlichen Zahlungen um 64 Pfund. Insgesamt werden 3,9 Millionen Menschen, oder 43 % der Hypothekennehmer, bis 2028 zu höheren Zinssätzen refinanzieren müssen. Ein Drittel wird jedoch von sinkenden monatlichen Zahlungen profitieren, da die Zinssätze seit einem Höchststand im Jahr 2022 deutlich gesunken sind.
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