ZÜRICH / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Anzahl der Satelliten im Erdorbit nimmt rasant zu und stellt eine wachsende Herausforderung für die Astronomie dar. Während der Himmel für Laien ein faszinierendes Schauspiel bietet, kämpfen Astronomen mit unerwünschten Lichtstreifen auf Teleskopaufnahmen. Diese Entwicklung könnte die Erforschung des Universums erheblich beeinträchtigen.

Die zunehmende Anzahl von Satelliten im Erdorbit stellt eine erhebliche Herausforderung für die Astronomie dar. Während der Himmel für Laien ein faszinierendes Schauspiel bietet, kämpfen Astronomen mit unerwünschten Lichtstreifen auf Teleskopaufnahmen. Diese Streifen entstehen, wenn Satelliten das Sonnenlicht reflektieren und dadurch die Aufnahmen von Weltraumteleskopen stören. Besonders betroffen sind Phänomene, die nur kurzzeitig sichtbar sind, da wichtige Informationen bei der Bildbearbeitung verloren gehen können.
Derzeit umkreisen etwa 13.000 aktive Satelliten die Erde, und es wird erwartet, dass diese Zahl bis Ende der 2030er Jahre auf eine halbe Million ansteigen könnte. Diese Entwicklung wird nicht nur bodengestützte Teleskope beeinträchtigen, sondern auch die weltraumgestützte Astronomie bedrohen. Laut einer Studie der NASA könnten bis 2030 auf 40 Prozent der Aufnahmen des Hubble-Weltraumteleskops mindestens ein Satellitenstreifen zu sehen sein, was eine Verzehnfachung gegenüber dem Zeitraum 2018 bis 2021 darstellt.
Besonders betroffen sind Teleskope, die in niedrigen Umlaufbahnen operieren, wie das chinesische Xuntian-Teleskop, das in einer Höhe von nur 450 Kilometern um die Erde kreist. Simulationen zeigen, dass auf jeder Aufnahme dieses Teleskops im Durchschnitt 92 Streifen zu sehen sein werden. Die ESA und andere Organisationen suchen nach Lösungen, um die Auswirkungen der Satelliten zu minimieren, beispielsweise durch das Schwärzen der Satellitenoberflächen, um die Lichtreflexion zu reduzieren.
Eine mögliche Lösung wäre, die Satelliten in niedrigeren Umlaufbahnen zu platzieren, was jedoch die Lebensdauer der Satelliten verkürzen würde, da sie schneller verglühen. Zudem könnten die beim Verglühen freigesetzten Partikel die Ozonschicht schädigen. Eine langfristige Lösung könnte darin bestehen, die Anzahl der Satelliten im erdnahen Weltraum durch Regulierungen zu begrenzen. Dies würde sowohl den Interessen der Astronomen als auch der Satellitenbetreiber gerecht werden.
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