BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Trotz steigender Lebenshaltungskosten planen viele Deutsche, ihre Ausgaben für Weihnachtsgeschenke zu reduzieren. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass ein Drittel der Befragten weniger ausgeben möchte als im Vorjahr, während einige sogar ganz auf Geschenke verzichten wollen.

Inmitten der anhaltenden Inflation und steigender Lebenshaltungskosten zeigt sich ein bemerkenswerter Wandel im Konsumverhalten der deutschen Verbraucher zur Weihnachtszeit. Eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Postbank hat ergeben, dass viele Deutsche ihre Ausgaben für Weihnachtsgeschenke deutlich reduzieren wollen. Ein Drittel der 2.046 befragten Erwachsenen plant, weniger auszugeben als im Vorjahr, während fast jeder Fünfte angibt, überhaupt kein Geld für Geschenke aufwenden zu wollen.
Die Umfrage, die Anfang November durchgeführt wurde, spiegelt wider, wie die steigenden Lebenshaltungskosten das Konsumverhalten beeinflussen. Seit 2019 sind die Lebensmittelpreise in Deutschland um 37 Prozent gestiegen, und auch Dienstleistungen wie Autoversicherungen, Reisen und Restaurantbesuche verzeichnen teils deutliche Preisanstiege. Diese Entwicklungen haben dazu geführt, dass 32 Prozent der Befragten auf Erspartes zurückgreifen müssen, um ihre Weihnachtsausgaben zu decken, während 14,5 Prozent ihr Weihnachtsgeld nutzen.
Interessanterweise bleibt die Mehrheit der Befragten bei ihren Ausgaben stabil, plant also ähnlich viel wie im Vorjahr auszugeben. Knapp 10 Prozent der Teilnehmer sind sogar bereit, tiefer in die Tasche zu greifen und mehr für Geschenke auszugeben. Ein erheblicher Teil der Schenkenden bewegt sich mit Ausgaben zwischen 100 und 400 Euro im Mittelfeld, während ein Viertel der Befragten weniger als 100 Euro investieren möchte.
Die hohen Inflationsraten der Jahre 2022 und 2023 wirken spürbar nach, wie Ulrich Stephan von der Deutschen Bank betont. Trotz positiver Signale vom Arbeitsmarkt und steigender Reallöhne bleibt die Stimmung gedämpft. Die Reallöhne erlebten im dritten Quartal 2025 den höchsten Anstieg des Jahres, mit einem Plus von 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies gleicht laut der Hans-Böckler-Stiftung den Kaufkraftverlust der vergangenen Jahre aus.
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