BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Der deutsche Außenminister Johann Wadephul plant, seinen verschobenen Besuch in China nachzuholen, um wichtige Handels- und Sicherheitsfragen zu erörtern. Im Mittelpunkt stehen Chinas Exportkontrollen für seltene Erden, die deutsche und europäische Unternehmen betreffen. Zudem wird die geopolitische Lage, insbesondere die Beziehungen zwischen den USA, Russland und der Ukraine, thematisiert.

Der deutsche Außenminister Johann Wadephul hat angekündigt, seinen ursprünglich für Ende Oktober geplanten Besuch in China Anfang der kommenden Woche nachzuholen. Der Besuch war zuvor verschoben worden, da es an hochrangigen Terminen mangelte. Nun wird Wadephul die Gelegenheit nutzen, um mit seinem chinesischen Amtskollegen Wang Yi den begonnenen Dialog fortzusetzen. Im Fokus der Gespräche stehen die Exportkontrollen Chinas für seltene Erden, die erhebliche Auswirkungen auf deutsche und europäische Unternehmen haben.
Wadephul plant, neben Wang Yi auch den Handelsminister Wang Wentao sowie Liu Haixing, den Minister der internationalen Abteilung des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei, zu treffen. Diese Treffen sollen die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und China stärken und die wirtschaftliche Zusammenarbeit fördern. Besonders die Exportkontrollen für seltene Erden sind ein zentrales Thema, da sie die Lieferketten in Europa erheblich beeinflussen.
Der Besuch von Wadephul ist auch im Kontext der aktuellen geopolitischen Spannungen von Bedeutung. Während China offiziell Neutralität im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine betont, wird es im Westen oft kritisiert, Moskau zu unterstützen. Wadephul wird daher auch die europäische Sicherheitslage und die Verhandlungen zwischen den USA und Russland ansprechen. Diese Themen sind von großer Bedeutung für die Stabilität in Europa und die Rolle Chinas in der internationalen Politik.
Ein weiterer Schwerpunkt der Gespräche wird die Menschenrechtslage in China sein. Wadephul plant, die Situation in der Taiwanstraße, im Südchinesischen Meer und im Nahen Osten zu thematisieren. Der Westen wirft China ein zunehmend aggressives Verhalten in diesen Regionen vor. Zudem sind Treffen mit Vertretern deutscher Unternehmen sowie aus Kultur und Zivilgesellschaft geplant, um die bilaterale Zusammenarbeit weiter zu vertiefen.
Am Dienstag wird Wadephul in Guangzhou, der Hauptstadt der Provinz Guangdong, erwartet. Diese Region gilt als Zentrum der chinesischen Hochtechnologie. Der Minister wird von Bundestagsabgeordneten sowie Vertretern der Wirtschaft und Zivilgesellschaft begleitet. Diese Delegation soll die wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und China weiter stärken und neue Kooperationsmöglichkeiten ausloten.
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