BRÜSSEL / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Europäische Kommission hat ihre erste Strafe im Rahmen des Digital Services Act (DSA) gegen Elon Musks X verhängt. Die Plattform, ehemals bekannt als Twitter, wird mit einer Geldstrafe von 120 Millionen Euro belegt, da sie es Nutzern ermöglicht, blaue Häkchen zu kaufen, ohne eine echte Identitätsprüfung durchzuführen.

Die Europäische Kommission hat eine bedeutende Strafe gegen X, das soziale Netzwerk, das früher als Twitter bekannt war, verhängt. Dies markiert die erste Anwendung des Digital Services Act (DSA) der EU, einer umfassenden Gesetzgebung, die darauf abzielt, Transparenz und Sicherheit auf Online-Plattformen zu gewährleisten. Die Strafe in Höhe von 120 Millionen Euro wurde verhängt, weil X es Nutzern ermöglicht, blaue Häkchen zu erwerben, die traditionell als Zeichen der Verifizierung galten, ohne dass eine tatsächliche Überprüfung der Identität stattfindet.
Vor der Übernahme durch Elon Musk war das blaue Häkchen ein Symbol für die Verifizierung von Journalisten, Prominenten und anderen öffentlichen Persönlichkeiten. Diese Praxis wurde jedoch 2023 geändert, sodass nun jeder, der ein Abonnement für X Premium abschließt und bestimmte Kriterien erfüllt, ein blaues Häkchen erhalten kann. Die Europäische Kommission bezeichnet dieses System als irreführend, da es den Nutzern erschwert, die Authentizität von Konten und Inhalten zu beurteilen.
Zusätzlich zu den Problemen mit dem Verifizierungssystem hat die Kommission weitere Verstöße gegen den DSA festgestellt. Dazu gehören mangelnde Transparenz im Werberepositorium von X und die Verweigerung des Zugangs zu öffentlichen Daten für Forscher. Diese Praktiken behindern die unabhängige Untersuchung potenzieller Risiken in der Online-Werbung und der Plattform selbst.
Die Entscheidung der EU folgt einer zweijährigen Untersuchung, die sich mit verschiedenen Aspekten der Plattform befasste, darunter Risikomanagement, Inhaltsmoderation und Datenzugang. Henna Virkkunen, Vizepräsidentin für Tech-Souveränität, Sicherheit und Demokratie bei der Europäischen Kommission, betonte, dass irreführende Praktiken wie die Verwendung von blauen Häkchen und die Verweigerung von Datenzugang in der EU keinen Platz haben.
X hat nun 60 Tage Zeit, um darzulegen, wie es die Probleme mit den blauen Häkchen beheben will, und 90 Tage, um einen Aktionsplan zur Behebung der Verstöße im Bereich Werbung und Datenzugang vorzulegen. Die Nichteinhaltung der DSA-Vorgaben kann zu weiteren Sanktionen führen, einschließlich Geldstrafen von bis zu 6 % des weltweiten Jahresumsatzes.
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