LONDON (IT BOLTWISE) – Creative Commons hat kürzlich seine vorsichtige Unterstützung für das ‘Pay-to-Crawl’-Modell angekündigt, das eine automatisierte Vergütung für den Zugriff auf Website-Inhalte durch KI-Webcrawler vorsieht. Diese Initiative könnte eine Lösung für die Herausforderungen darstellen, die durch den Rückgang des Suchverkehrs aufgrund von KI-basierten Antworten entstanden sind.

Creative Commons, bekannt für seine Rolle bei der Förderung von Lizenzmodellen, die es Kreativen ermöglichen, ihre Werke zu teilen und gleichzeitig Urheberrechte zu behalten, hat sich kürzlich für das ‘Pay-to-Crawl’-Modell ausgesprochen. Dieses System zielt darauf ab, Website-Inhalte zu vergüten, wenn sie von Maschinen wie KI-Webcrawlern abgerufen werden. Die Organisation hatte bereits im Juli einen Plan vorgestellt, um einen rechtlichen und technischen Rahmen für den Datenaustausch zwischen Unternehmen, die Daten kontrollieren, und KI-Anbietern, die diese Daten für das Training nutzen möchten, zu schaffen.
Das ‘Pay-to-Crawl’-Modell, das von Unternehmen wie Cloudflare vorangetrieben wird, sieht vor, dass KI-Bots für jeden Zugriff auf eine Website zur Sammlung von Inhalten für Modelltraining und -aktualisierungen Gebühren zahlen. In der Vergangenheit erlaubten Websites Webcrawlern, ihre Inhalte frei zu indexieren, um in Suchmaschinen wie Google aufgenommen zu werden, was den Traffic auf den Seiten erhöhte. Mit der Verbreitung von KI-Technologien hat sich diese Dynamik jedoch verändert, da Nutzer nach Erhalt einer Antwort von einem KI-Chatbot seltener auf die ursprüngliche Quelle klicken.
Diese Veränderung hat bereits verheerende Auswirkungen auf Verlage, da der Suchverkehr zurückgegangen ist. Ein ‘Pay-to-Crawl’-System könnte Verlagen helfen, sich von den finanziellen Einbußen zu erholen, die durch KI verursacht wurden. Besonders kleinere Webverlage, die nicht die Möglichkeit haben, individuelle Inhalte-Deals mit KI-Anbietern auszuhandeln, könnten davon profitieren. Große Deals wurden bereits zwischen Unternehmen wie OpenAI und Condé Nast sowie Axel Springer und anderen geschlossen.
Creative Commons äußerte jedoch auch Bedenken, dass solche Systeme die Macht im Web konzentrieren könnten. Sie könnten den Zugang zu Inhalten für Forscher, gemeinnützige Organisationen, kulturelle Einrichtungen, Bildungseinrichtungen und andere Akteure im öffentlichen Interesse blockieren. Daher schlug die Organisation eine Reihe von Prinzipien für ein verantwortungsvolles ‘Pay-to-Crawl’ vor, darunter die Vermeidung von Standardeinstellungen für alle Websites und die Erhaltung des Zugangs im öffentlichen Interesse.
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