NEW YORK / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie zeigt, dass fast die Hälfte aller Herzinfarkte von aktuellen Screening-Methoden übersehen werden könnte. Dies wirft Fragen zur Effektivität bestehender Risikobewertungen auf und deutet darauf hin, dass viele Herzinfarkte mit verbesserten Methoden vermeidbar wären.

Eine aktuelle Studie aus den USA und Kanada legt nahe, dass bestehende medizinische Screening-Methoden fast die Hälfte aller Herzinfarkte übersehen könnten. Diese Erkenntnis wirft ein kritisches Licht auf die derzeitigen Risikobewertungen, die auf Faktoren wie Blutdruck, Cholesterin und dem atherosklerotischen kardiovaskulären Erkrankungsscore (ASCVD) basieren. Die Forscher analysierten die Gesundheitsdaten von 465 Patienten, die zwischen Januar 2020 und Juli 2025 ihren ersten Herzinfarkt erlitten hatten.
Die Analyse ergab, dass zwei Tage vor ihrem Herzinfarkt 45 Prozent der Patienten von den ASCVD-Scores als niedrig oder grenzwertig eingestuft worden wären. Ein alternatives Bewertungssystem, der PREVENT-Score, schnitt noch schlechter ab: 61 Prozent der Patienten wären als niedriges oder grenzwertiges Risiko eingestuft worden. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die derzeitigen Risikobewertungen oft nicht das tatsächliche Risiko einzelner Patienten widerspiegeln.
Die Forscher schlagen vor, dass mehr getan werden muss, um das Herzinfarktrisiko bei symptomfreien Gruppen besser zu bewerten. Dies könnte durch Tests auf Anzeichen von Atherosklerose geschehen, die oft nicht durch die aktuellen Tools erkannt werden. Die Studie hebt hervor, dass ein niedriger Risikoscore und das Fehlen klassischer Herzinfarktsymptome keine Garantie für Sicherheit auf individueller Ebene bieten.
Obwohl die Studie nur die Fallgeschichten von einigen Hundert Personen retrospektiv analysierte, zeigt sie dennoch die Schwächen der aktuellen Risikobewertungen auf. Wenn bessere, personalisierte Ansätze gefunden werden, könnte Herzkrankheit früher erkannt und verhindert werden. Dies könnte einen bedeutenden Einfluss auf die Prävention von Herzinfarkten haben und die Notwendigkeit für eine Überarbeitung der bestehenden Screening-Methoden unterstreichen.
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