PARIS / LONDON (IT BOLTWISE) – Ein französisches Startup namens Altrove hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, die Abhängigkeit von Seltenen Erden zu verringern, indem es synthetische Materialien entwickelt. Diese könnten die Lieferketten entlasten und die europäische Industrie unabhängiger machen. Doch die einzigartigen Eigenschaften dieser Metalle stellen eine große Herausforderung dar.

Das französische Startup Altrove hat sich zum Ziel gesetzt, die Abhängigkeit der Industrie von Seltenen Erden zu verringern. Diese Metalle sind für ihre einzigartigen Eigenschaften bekannt, die in vielen Hightech-Anwendungen unverzichtbar sind. Altrove plant, durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und autonomen Laboren synthetische Materialien zu entwickeln, die diese Metalle ersetzen könnten. Die Herausforderung besteht darin, die besonderen Eigenschaften der Seltenen Erden, wie ihre magnetischen Fähigkeiten, nachzubilden.
Derzeit kontrolliert China etwa 90 Prozent der globalen Verarbeitung von Seltenen Erden, was die Lieferketten anfällig für geopolitische Spannungen macht. Altrove sieht hier eine Chance, indem es in Europa Materialien synthetisiert, die die Nachfrage nach Seltenen Erden reduzieren könnten. Dies könnte die europäische Industrie unabhängiger machen und die Risiken in den Lieferketten minimieren.
Am Karlsruher Institut für Technologie wird der Ansatz von Altrove mit Interesse verfolgt. Professorin Stefanie Dehnen betont, dass die chemischen Herausforderungen erheblich sind und nicht alle Eigenschaften der Seltenen Erden einfach ersetzt werden können. Besonders die magnetischen Eigenschaften sind schwer nachzubilden. Dennoch sieht sie Potenzial in der Forschung und ist gespannt, wie sich das Projekt entwickeln wird.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Recycling von Seltenen Erden. Derzeit liegt die Recyclingquote bei unter einem Prozent, was zeigt, dass hier noch viel Potenzial besteht. Anne Lauenroth vom BDI betont, dass Recycling ein zentraler Hebel ist, um Abhängigkeiten zu mindern. Die Rückführung der Weiterverarbeitung nach Europa könnte ebenfalls zur Unabhängigkeit beitragen, erfordert jedoch bessere Rahmenbedingungen für die industrielle Produktion.
Altrove steht vor der Herausforderung, seine Innovationen in der Praxis zu beweisen. Innerhalb der nächsten 18 Monate plant das Unternehmen, die Produktion von Gramm auf Tonnen zu skalieren. Sollte dies gelingen, könnten die synthetischen Materialien in verschiedenen Industrien, wie der Automobil- oder Windkraftindustrie, eingesetzt werden. Dies würde nicht nur die Lieferketten entlasten, sondern auch einen Schritt in Richtung Rohstoffunabhängigkeit für Europa bedeuten.
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