WIEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Das Wiener DeepTech-Startup Another Earth hat sich Zugang zu Europas leistungsstarken Supercomputern gesichert. Mit Hilfe dieser Rechenressourcen entwickelt das Unternehmen KI-Modelle, die synthetische Erdbeobachtungsdaten generieren. Diese Daten sollen in Bereichen wie Klimaforschung und Katastrophenmanagement neue Möglichkeiten eröffnen.

Das Wiener Startup Another Earth, gegründet von Maya Pindeus und Felix Geremus, hat sich über die AI Factory Austria Zugang zu den leistungsstarken Supercomputern des EuroHPC-Netzwerks gesichert. Diese Infrastruktur ermöglicht es dem Unternehmen, KI-Modelle zu entwickeln, die synthetische Erdbeobachtungsdaten erzeugen. Diese Daten reichen von optischen Satellitenaufnahmen bis hin zu detaillierten Höhenmodellen und sollen bestehende Earth-Observation-Daten ergänzen.
Die synthetisch generierten Datensätze von Another Earth sind besonders wertvoll für Anwendungen in der Klimaforschung, der Energieplanung, dem Katastrophenmanagement und der Präzisionslandwirtschaft. Durch den Einsatz von Diffusionsmodellen werden Geodaten erstellt, die als Trainingsmaterial für KI-Systeme dienen und Lücken in realen Datensätzen schließen können. Diese innovative Nutzung von KI und Raumfahrttechnologie eröffnet neue Potenziale für nachhaltige Ressourcennutzung und resiliente Infrastruktur.
Ein wesentlicher Vorteil für Another Earth ist der Zugang zu modernen GPU-Ressourcen der Typen A100 und H100, die über das EuroHPC-Netzwerk bereitgestellt werden. Obwohl das Unternehmen nicht mit den neuesten NVIDIA-GPUs wie H200 oder B200 arbeitet, betont Gründer Felix Geremus, dass der frühe Zugang zu dieser Infrastruktur den Entwicklungsprozess erheblich beschleunigt hat. Die multimodalen Diffusionsmodelle, die auf 1,4 Millionen Bildausschnitten basieren, verschlingen je nach Konfiguration mehrere tausend GPU-Stunden.
Die AI Factory Austria, die als nationale Schnittstelle zum EuroHPC-Netzwerk fungiert, bietet heimischen Startups wie Another Earth eine Plattform, um auf Europas leistungsfähigste Recheninfrastruktur zuzugreifen. Diese Initiative ist Teil der europäischen AI-Factories-Initiative, die darauf abzielt, KI- und HPC-Kapazitäten kontinentweit zu vernetzen und souveräne Schlüsseltechnologien für strategische Bereiche aufzubauen. Für Österreich bedeutet dies einen erheblichen Wettbewerbsvorteil, da heimische Startups und Forschungseinrichtungen Zugang zu Rechenressourcen erhalten, die sonst nur großen Tech-Giganten oder Forschungsinstituten vorbehalten wären.
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