GÖTTINGEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die JUICE-Mission der ESA hat nach anfänglichen technischen Schwierigkeiten erste wissenschaftliche Daten geliefert. Trotz eines klemmenden Antennenauslegers konnten die Instrumente an Bord erfolgreich in Betrieb genommen werden, was den Weg für zukünftige Entdeckungen im Jupitersystem ebnet.

Die europäische Raumfahrtmission JUICE, die sich auf die Erforschung der eisigen Monde des Jupiters konzentriert, hat nach anfänglichen technischen Schwierigkeiten erste wissenschaftliche Daten geliefert. Die Mission, die im April erfolgreich gestartet wurde, sah sich mit einem unerwarteten Problem konfrontiert: Der 16 Meter lange Antennenausleger des Radar for Icy Moon Exploration (RIME) ließ sich nicht ausklappen. Diese Herausforderung erforderte eine schnelle Reaktion des Teams, insbesondere des Submillimetre Wave Instrument (SWI), das eng mit RIME verbunden ist.
Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) und das RIME-Team arbeiteten intensiv daran, den klemmenden Verschlussstift der Antenne zu lösen. Diese Bemühungen hatten auch Auswirkungen auf das SWI, das früher als geplant in Betrieb genommen werden musste. Normalerweise wird der Plan für die Inbetriebnahme eines Instruments Monate im Voraus festgelegt, doch in diesem Fall musste alles viel schneller gehen. Um den Mechanismus von RIME zu befreien, entschied sich die ESA, die Raumsonde zur Sonne zu drehen, ein Manöver, das ursprünglich nicht vorgesehen war.
Dank der schnellen Modellierung des SWI-Teams konnte das Instrument ohne Schaden durch die starke Sonneneinstrahlung gebracht werden. Am 12. Mai gelang es schließlich, die RIME-Antenne zu lösen, was für das gesamte Team eine große Erleichterung darstellte. Die Inbetriebnahme im All ist ein schrittweiser Prozess, bei dem jedes Instrument seine Funktionsfähigkeit unter echten Weltraumbedingungen beweisen muss. Das Particle Environment Package (PEP) mit seinem Jovian Electron and Ion Sensor (JEI) konnte bereits erste wissenschaftliche Daten liefern, indem es Protonen und Alpha-Teilchen des Sonnenwindes detektierte.
Auch das SWI-Instrument konnte erste Messungen durchführen. Am 27. Juni nahm es aus einer Entfernung von etwa 22 Millionen Kilometern erste Wasserdampfspektren der Erdatmosphäre auf. Diese Daten ermöglichen es, Informationen über den Temperaturverlauf und die Höhenverteilung des Wasserdampfs abzuleiten. Die jüngsten Messdaten zeigen, wie empfindlich das Instrument arbeitet, und das Team erwartet, dass es auch aus einer Entfernung von mindestens 250 Millionen Kilometern Wasserdampf in der Jupiteratmosphäre nachweisen kann.
Die Inbetriebnahme der Instrumente im All ist nicht nur ein technischer, sondern auch ein lernintensiver Prozess. Trotz umfangreicher Tests vor dem Start der Mission lernen die Wissenschaftler ihre Instrumente unter den realen Bedingungen des Weltraums noch einmal neu kennen. Bis die Raumsonde JUICE das Jupitersystem erreicht, vergehen noch acht Jahre, in denen weitere Tests und Anpassungen vorgenommen werden können, um die wissenschaftlichen Ziele der Mission zu erreichen.
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