WÜRZBURG / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Julius-Maximilians-Universität Würzburg entwickelt eine KI-basierte Lageregelung für Satelliten, die die Effizienz und Anpassungsfähigkeit im Orbit erheblich steigern könnte. Diese Technologie nutzt Deep Reinforcement Learning, um die Steuerung von Satelliten autonom zu optimieren. Ein erster Test im All ist für 2025 geplant, was einen bedeutenden Fortschritt in der Raumfahrttechnik darstellt.

Die Entwicklung von KI-basierten Lageregelungssystemen für Satelliten könnte die Raumfahrttechnik revolutionieren. An der Julius-Maximilians-Universität Würzburg wird derzeit ein solches System entwickelt, das mithilfe von Künstlicher Intelligenz die Steuerung von Satelliten im Orbit optimieren soll. Diese Technologie basiert auf einem Verfahren namens Deep Reinforcement Learning, das es der KI ermöglicht, durch Interaktion mit einem Simulator zu lernen, der einen Satelliten im Orbit imitiert.
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Lageregelung bietet zahlreiche Vorteile. Traditionell erfordert die Entwicklung solcher Systeme umfangreiche Tests und Anpassungen, die zeit- und ressourcenintensiv sind. Mit einem selbstlernenden Algorithmus könnte dieser Aufwand erheblich reduziert werden. Zudem ermöglicht die KI eine schnellere und effizientere Kalibrierung der Lageregler im Orbit, was insbesondere bei unerwarteten Änderungen der physikalischen Parameter von Vorteil ist.
Ein bemerkenswerter Aspekt dieser Technologie ist ihre Fähigkeit, sich an veränderte Bedingungen im Orbit anzupassen. Im Rahmen des Projekts “VeriKI” wurde bereits ein simpler KI-basierter Lageregler entwickelt, der mit Variationen der Trägheitsmomente eines Satelliten umgehen konnte. Diese Entwicklungen zeigen das Potenzial der KI, die Raumfahrttechnik maßgeblich voranzutreiben.
Der nächste Schritt in diesem Projekt ist die Erprobung eines KI-basierten Lagereglers im Orbit. Geplant ist, dass der am Boden trainierte KI-Agent 2025 an Bord eines Kleinsatelliten namens InnoCube getestet wird. Dieser Satellit, der in Zusammenarbeit mit der TU Berlin entwickelt wurde, soll im Oktober 2024 starten und als Plattform für wissenschaftliche Experimente und technologische Demonstrationen im All dienen.
Die Förderung des Projekts durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz mit rund 430.000 Euro unterstreicht die Bedeutung dieser Entwicklung. Die Deutsche Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. fungiert als Projektträger. Diese Unterstützung zeigt das Vertrauen in die Fähigkeit der KI, die Effizienz und Anpassungsfähigkeit von Satelliten im Orbit zu verbessern.
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