DÜSSELDORF / LONDON (IT BOLTWISE) – Der Rüstungs- und Technologiekonzern Rheinmetall erweitert seine Expertise auf den Schienenverkehr. Mit der Tochtergesellschaft MIRA beteiligt sich das Unternehmen an einem innovativen Forschungsprojekt, das den Zugbetrieb revolutionieren soll. Durch eine hochsichere Fernsteuerungslösung wird es möglich, Züge wie den ICE 4 digital zu steuern.

Rheinmetall, bekannt für seine Expertise im Rüstungs- und Technologiebereich, wagt sich nun auf neues Terrain: den Schienenverkehr. Die Tochtergesellschaft MIRA spielt dabei eine zentrale Rolle, indem sie an dem Forschungsprojekt „RemODtrAIn“ teilnimmt. Ziel dieses Projekts ist es, den Zugbetrieb durch digitale Fernsteuerungslösungen zu revolutionieren. Siemens Mobility führt das Konsortium an, während MIRA das technologische Herzstück liefert: eine hochsichere Fernsteuerungslösung, die es ermöglicht, Züge wie den ICE 4 aus der Ferne zu steuern.
In einem Instandhaltungswerk in Köln-Nippes wird bereits demonstriert, wie diese Zukunft aussehen könnte. Ein Operator sitzt hunderte Kilometer entfernt und steuert den Hochgeschwindigkeitszug per 5G-Datenverbindung zentimetergenau über das Werksgelände. Diese Technologie könnte eine Lösung für den akuten Personalmangel bei der Bahn bieten, indem sie die Effizienz im Depot- und Abstellbetrieb steigert. Bisher mussten Triebfahrzeuge mühsam von Lokführern manuell bewegt werden, eine Ressource, die immer knapper wird.
Die Lösung von MIRA bricht diese starre Struktur auf. Durch ein modulares System, bestehend aus einem kompakten Bediengerät und einem cloudbasierten Flottenmanagement, kann ein einziger Remote-Operator künftig verschiedene Zugtypen flexibel steuern. Besonders attraktiv für die Deutsche Bahn ist, dass die Technik als kosteneffizientes „Retrofit“ konzipiert ist, das sich problemlos in bestehende Flotten integrieren lässt, ohne dass neue Züge angeschafft werden müssen.
Ein weiterer Vorteil der Rheinmetall-Technologie ist die Sicherheit auf Militärniveau. MIRA integriert Sichtsysteme mit einer sogenannten ASIL-D-Auslegung, einem Sicherheitslevel, das höchsten industriellen Anforderungen entspricht. In Kombination mit einer KI-gestützten Hinderniserkennung, die parallel bei der S-Bahn Berlin getestet wird, soll ein hochautomatisierter Betrieb ermöglicht werden, der menschliche Fehler nahezu ausschließt. Mit einem Fördervolumen von rund 17 Millionen Euro ist „RemODtrAIn“ ein entscheidender Baustein für ein resilientes Schienensystem.
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