BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Tino Chrupalla, Vorsitzender der AfD, äußert scharfe Kritik an der imperialen Politik von Donald Trump gegenüber Grönland und Venezuela. Er fordert eine kritische Betrachtung der US-amerikanischen Gebietsansprüche und warnt vor den Folgen einer Einmischung in den Iran. Chrupalla betont die Notwendigkeit eines diplomatischen Dialogs innerhalb der NATO und sieht die Entsendung von Bundeswehrsoldaten nach Grönland skeptisch.

Tino Chrupalla, der Vorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), hat sich kritisch zur Politik von Donald Trump gegenüber Grönland und Venezuela geäußert. In einem Interview mit der “Welt am Sonntag” bezeichnete er Trumps Beharren auf Gebietsansprüchen auf die Arktisinsel als “imperiale Politik”, die einer kritischen Betrachtung bedarf. Chrupalla stellte in Frage, inwieweit Trump diese Ansprüche tatsächlich ernst meint und forderte die Europäer auf, ihre Sicherheitsinteressen klar zu artikulieren.
Besonders innerhalb der NATO sieht Chrupalla unterschiedliche Interessen, die im Dialog und durch Diplomatie geklärt werden sollten. Er äußerte sich skeptisch zur Entsendung von Bundeswehrsoldaten nach Grönland, da dies das westliche Militärbündnis schwächen und infrage stellen könnte. Diese Bedenken spiegeln eine tiefere Sorge um die Kohärenz und Einheit der NATO wider, insbesondere in Zeiten, in denen geopolitische Spannungen zunehmen.
Auch die US-Intervention in Venezuela, bei der Staatschef Nicolás Maduro und seine Frau Cilia Flores von Elitesoldaten gefangen genommen wurden, kritisierte Chrupalla scharf. Er lehnte solche “Wildwest-Methoden” ab und betonte, dass die Entführung eines Staatsoberhaupts, unabhängig von dessen politischer Legitimität, nicht akzeptabel sei. Trotz Maduros diktatorischer Herrschaft sei Trumps Vorgehen nicht im Sinne des Weltfriedens, so Chrupalla.
Darüber hinaus warnte der AfD-Chef vor einer möglichen Einmischung in den Iran. Er betonte, dass es Aufgabe der Iraner sei, ihre Regierung zu wählen, und äußerte die Hoffnung, dass keine interventionistischen Maßnahmen ergriffen werden. Eine solche Einmischung könnte zu einem großen Krieg mit zahlreichen Opfern und weiteren Flüchtlingsströmen nach Europa führen, was nicht im deutschen Interesse wäre.
Chrupalla, der seit 2019 an der Spitze der AfD steht und seit 2022 zusammen mit Alice Weidel die Partei leitet, plant, nach dem Parteitag im Juli erneut zu kandidieren. Er betonte, dass er und Weidel die Partei weiter professionalisiert und erfolgreicher gemacht haben und diesen Kurs fortsetzen möchten.
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