KEMPTEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die bayerische Supermarktkette Feneberg hat Insolvenz angemeldet und plant eine umfassende Restrukturierung. Trotz der finanziellen Schwierigkeiten bleiben alle Filialen geöffnet, während das Unternehmen nach einer nachhaltigen wirtschaftlichen Neuausrichtung strebt. Rund 3000 Mitarbeiter bangen um ihre Arbeitsplätze, während die Gewerkschaft Verdi Missmanagement als Ursache der Krise anprangert.

Die bayerische Supermarktkette Feneberg, die seit 1947 besteht, steht vor einer großen Herausforderung: Sie hat Insolvenz angemeldet und ein Schutzschirmverfahren beantragt, um eine wirtschaftliche Neuausrichtung zu ermöglichen. Dieses Verfahren soll dem Unternehmen helfen, sich zu restrukturieren, ohne den laufenden Geschäftsbetrieb zu unterbrechen. Trotz der finanziellen Schwierigkeiten bleiben alle Filialen geöffnet, was den rund 3000 Mitarbeitern zumindest vorerst eine gewisse Sicherheit bietet.
Feneberg betreibt über 70 Filialen in Süddeutschland und im österreichischen Kleinwalsertal, hauptsächlich im Allgäu und der Bodenseeregion. Mit einem Jahresumsatz von über 500 Millionen Euro ist das Unternehmen ein bedeutender Akteur im regionalen Lebensmittelhandel. Doch hohe Kredite und Pensionsrückstellungen haben zu Schulden in Höhe von etwa 200 Millionen Euro geführt, was die finanzielle Lage des Unternehmens erheblich belastet.
Die Gewerkschaft Verdi hat nach Bekanntwerden der Insolvenz scharfe Kritik geübt und spricht von „jahrelangem Missmanagement“. Bereits 2019 hatte Feneberg mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen und musste zeitweise die Gehälter kürzen. Die Mitarbeiter befinden sich in einer Schockstarre aus Angst und Unsicherheit, während der Sanierungsgeschäftsführer Stefan Leibold Verständnis für die aufgebrachten Mitarbeiter zeigt, die unter anderem über nicht mehr einlösbare Gutscheine verärgert sind.
Ein wesentlicher Grund für die Schieflage ist der zunehmende Wettbewerb durch Discounter, der dazu geführt hat, dass Kunden vermehrt zu günstigeren Alternativen abwandern. Zudem landen deutlich seltener Bio-Produkte im Einkaufswagen, obwohl Feneberg unter der Eigenmarke „VonHier“ regional erzeugte Lebensmittel anbietet. Die Sanierung des Unternehmens wird von Spezialisten der Stuttgarter Kanzlei Grub Brugger unterstützt und soll im Laufe des Jahres 2026 abgeschlossen werden.
Die Familie Feneberg hat den Sanierungsexperten Stephan Leibold in die Geschäftsleitung geholt, der zuvor bereits bei einem Tochterunternehmen tätig war. Ziel ist es, das Unternehmen wirtschaftlich nachhaltig neu aufzustellen. Ob Filialen geschlossen werden müssen, entscheiden letztlich die Gläubiger. Der Verkaufsprozess ist bereits gestartet, und es wird um jeden der rund 3000 Arbeitsplätze gekämpft.
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