BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Datensammelpraxis von Fitness-Apps steht zunehmend im Fokus der Öffentlichkeit. Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass einige Anwendungen weit mehr Daten sammeln, als für ihren Betrieb notwendig ist. Besonders die Erfassung und Weitergabe sensibler Informationen wirft Fragen auf.

In der heutigen digitalen Welt sind Fitness-Apps zu einem festen Bestandteil des Alltags vieler Menschen geworden. Sie bieten nicht nur die Möglichkeit, persönliche Fitnessziele zu verfolgen, sondern sammeln auch eine Vielzahl von Daten über ihre Nutzer. Eine Untersuchung von Surfshark hat die Datensammelpraxis von 16 gängigen Fitness-Apps unter die Lupe genommen und dabei erhebliche Unterschiede festgestellt.
Fitbit führt die Liste der Apps mit der größten Menge an gesammelten Daten an. Die Anwendung greift auf 24 von 35 definierten Datentypen zu, was fast das Doppelte des Durchschnitts aller untersuchten Apps darstellt. Während einige dieser Daten für die Funktion der App notwendig sind, bleibt die Frage, warum so viele Informationen gesammelt werden müssen.
Strava hingegen sammelt zwar weniger Datentypen, nutzt diese jedoch auf eine Weise, die über den reinen Betrieb der App hinausgeht. Die gesammelten Informationen werden für Analysen, Marketing und Produktanpassungen verwendet. Dies wirft Fragen zur Transparenz und zum Schutz der Nutzerdaten auf.
Besonders sensibel ist der Umgang mit Standortdaten. Während Runna und Strava auf die genaue Position der Nutzer zugreifen, begnügen sich Nike Training Club und Peloton mit ungefähren Standortangaben. Allerdings geben letztere diese Informationen an externe Partner weiter, was zusätzliche Datenschutzbedenken aufwirft.
Ein weiteres heikles Thema ist die Erfassung sensibler Daten wie ethnische Zugehörigkeit, Schwangerschaft oder politische Ansichten. Vier der getesteten Anwendungen sammeln solche Informationen, wobei Nike Training Club diese nicht nur erfasst, sondern auch mit Dritten teilt. Am anderen Ende der Skala steht PUSH, die App, die am wenigsten Daten sammelt und als die zurückhaltendste unter den getesteten Anwendungen gilt.
Diese Untersuchung wirft ein Schlaglicht auf die Notwendigkeit, den Datenschutz bei Fitness-Apps zu verbessern. Nutzer sollten sich der Datenpraktiken bewusst sein und die Kontrolle über ihre persönlichen Informationen behalten. Die Unternehmen sind gefordert, transparentere und datenschutzfreundlichere Lösungen zu entwickeln.
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