WASHINGTON / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft zeigt, dass amerikanische Verbraucher fast die gesamte Last der von der Trump-Regierung eingeführten Zölle tragen. Während die Zölle die Preise für Waren in die Höhe treiben, sinkt das Exportvolumen drastisch. Die Studie wirft ein neues Licht auf die wirtschaftlichen Auswirkungen der Handelsstrategie der USA.

Die Einführung von Zöllen durch die Trump-Regierung sollte ursprünglich die US-Wirtschaft stärken und die Kosten auf andere Länder abwälzen. Doch eine aktuelle Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft zeigt ein anderes Bild: Amerikanische Verbraucher tragen 96 % der Zollkosten, was zu steigenden Preisen für Konsumgüter führt. Diese Entwicklung steht im Widerspruch zu den Versprechen der Regierung, dass andere Länder die Hauptlast der Zölle tragen würden.
Im April 2025 verkündete Präsident Donald Trump die sogenannten “Liberation Day”-Zölle mit der Behauptung, die USA seien über Jahrzehnte von anderen Nationen ausgebeutet worden. Doch die Realität sieht anders aus: Die Zölle belasten vor allem die amerikanischen Verbraucher finanziell. Die Studie zeigt, dass die Exportpreise stabil geblieben sind, während das Exportvolumen stark zurückgegangen ist.
Besonders betroffen sind europäische Länder, die mit neuen Zöllen belegt wurden, nachdem sie Truppen zu Trainingszwecken nach Grönland entsandt hatten. Diese Länder sehen sich nun mit einem 10 % Zoll konfrontiert, der bis Juni 2025 auf 25 % ansteigen könnte, falls kein Abkommen über den Kauf Grönlands durch die USA zustande kommt. Auch Frankreich gerät ins Visier, nachdem Präsident Emmanuel Macron sich weigerte, Trumps “Board of Peace” für Gaza beizutreten.
Die Studie des Kieler Instituts analysierte über 25 Millionen Versanddatensätze und stellte fest, dass Exporteure nur 4 % der Zollkosten tragen. Amerikanische Importeure geben die Kosten größtenteils an die Verbraucher weiter. Trotz eines Anstiegs der Zolleinnahmen um 200 Milliarden US-Dollar, kommt dieser Betrag fast ausschließlich von amerikanischen Konsumenten. Die Autoren der Studie vergleichen dies mit einer Konsumsteuer, die das Vermögen von Verbrauchern und Unternehmen in die Staatskasse umleitet.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Zölle sind auch in der US-Industrie spürbar. Entgegen den Behauptungen der Regierung, dass Zölle die amerikanische Produktion ankurbeln würden, ist die Zahl der Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe seit April 2025 kontinuierlich gesunken. Die US-Wirtschaft hat in diesem Zeitraum 60.000 Arbeitsplätze verloren. Der Oberste Gerichtshof der USA wird bald darüber entscheiden, ob Trumps Einsatz von Notstandsbefugnissen zur Verhängung von Zöllen rechtmäßig ist.
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