BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Ein ambitioniertes Projekt der Bundesdruckerei, der Datenatlas Bund, ist gescheitert. Trotz hoher Investitionen von rund 24,6 Millionen Euro und der Verteidigung des Projekts durch die Bundesdruckerei, wurde das Projekt eingestellt. Weder das Bundesfinanzministerium noch das Digitalministerium wollen die Verantwortung übernehmen, und das Metadaten-Portal bleibt offline.

Die Bundesdruckerei hatte mit dem Datenatlas Bund ein ambitioniertes Projekt ins Leben gerufen, das die Effizienz der Datenverwaltung in der Bundesverwaltung verbessern sollte. Doch trotz der hohen Investitionen von rund 24,6 Millionen Euro ist das Projekt gescheitert. Ein unabhängiger Gutachter hatte dem Projekt bereits im Dezember 2025 ein verheerendes Zeugnis ausgestellt und die Technik als veraltet bezeichnet.
Die Bundesdruckerei verteidigte ihr Projekt vehement und wies die Kritik als überholt zurück. Sie argumentierte, dass die im Gutachten angesprochenen Mängel längst beseitigt seien. Doch das Bundesfinanzministerium widersprach dieser Darstellung und erklärte, dass die Entwicklung des Datenatlas Bund bereits im ersten Quartal 2025 abgeschlossen worden sei.
Das Projekt wurde schließlich an das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung übergeben, das jedoch die Übernahme ablehnte. Ein Sprecher des Ministeriums erklärte, dass der Datenatlas noch intensive Entwicklungsarbeit benötige, um ein sinnvolles Werkzeug zu werden. Diese Einschätzung deutet darauf hin, dass das kritische Gutachten der Realität näher war, als die Bundesdruckerei einräumen wollte.
Die Kosten des Projekts könnten sogar noch höher sein, als offiziell angegeben. Anonyme Quellen sprechen von weit höheren Summen. Angesichts der Investitionen ist es umso bedauerlicher, dass das Projekt nicht die erhofften Ergebnisse liefern konnte. Der Datenatlas Bund bleibt offline, und niemand will die Verantwortung für das gescheiterte Projekt übernehmen.
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