BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Millionen Android-Smartphones sind aufgrund fehlender Sicherheitsupdates einem erhöhten Risiko ausgesetzt. Cybersicherheitsexperten warnen vor den Gefahren, die von veralteter Software ausgehen, da Hacker bekannte Schwachstellen ausnutzen können. Die Fragmentierung des Android-Systems erschwert die Bereitstellung von Updates, was besonders ältere und günstigere Modelle betrifft.

Die Sicherheit von Android-Smartphones steht auf dem Spiel, da fast die Hälfte aller aktiven Geräte keine regelmäßigen Sicherheitsupdates mehr erhält. Diese alarmierende Erkenntnis stammt aus aktuellen Analysen von Cybersicherheitsexperten, die auf die Gefahren veralteter Software hinweisen. Hacker nutzen bekannte Schwachstellen, um Schadsoftware zu verbreiten oder persönliche Daten zu stehlen. Besonders gefährlich sind sogenannte Zero-Click-Attacken, die keine Nutzerinteraktion erfordern.
Ein wesentlicher Grund für diese Sicherheitslücke ist die starke Fragmentierung des Android-Systems. Während Apple iOS-Updates zentral für wenige Gerätemodelle bereitstellt, müssen bei Android Hunderte Hersteller Updates für unzählige Hardware-Varianten anpassen. Dies führt dazu, dass viele Smartphones, insbesondere ältere oder günstigere Modelle, Updates mit großer Verzögerung oder gar nicht erhalten. Oft endet der Software-Support nach nur zwei bis drei Jahren, obwohl die Geräte technisch noch einwandfrei funktionieren.
Die Risiken, die von nicht aktualisierten Smartphones ausgehen, sind vielfältig. Banking-Trojaner können Zugangsdaten und Transaktionsnummern abfangen und so zu erheblichen finanziellen Verlusten führen. Spyware läuft unbemerkt im Hintergrund und späht sensible Daten wie Nachrichten und Passwörter aus. Zero-Click-Exploits kompromittieren Geräte bereits durch den Empfang einer manipulierten Mediendatei, ohne dass der Nutzer etwas öffnen muss.
In der Branche wächst der Druck auf Hersteller und Politik, die Situation zu verbessern. Samsung und Google bieten für neue Gerätegenerationen bereits bis zu sieben Jahre Updates an, doch dies hilft der riesigen Flotte älterer Smartphones nicht. Die EU diskutiert daher eine gesetzliche Update-Pflicht von mindestens fünf Jahren für Smartphones, um Sicherheit und Langlebigkeit zu gewährleisten und gleichzeitig Elektroschrott zu reduzieren.
Für Nutzer, deren Smartphones keine Updates mehr erhalten, raten Experten dringend davon ab, sensible Transaktionen wie Online-Banking durchzuführen. Der sicherste Weg ist oft der Austausch des Geräts. Für alle anderen gelten Schutzmaßnahmen wie das sofortige Installieren von Updates, das Herunterladen von Apps nur aus offiziellen Quellen und das Deaktivieren automatischer Downloads in Messengern, um Zero-Click-Risiken zu minimieren.
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