CUPERTINO / LONDON (IT BOLTWISE) – Apple hat den israelischen KI-Spezialisten Q.ai für rund zwei Milliarden Euro übernommen. Diese Akquisition könnte die Art und Weise, wie wir mit Geräten kommunizieren, revolutionieren, indem sie stille Sprachbefehle ermöglicht. Die Technologie könnte Siri in AirPods und anderen Wearables eine neue Dimension der Interaktion verleihen.

Apple hat mit der Übernahme des israelischen KI-Startups Q.ai einen bedeutenden Schritt in Richtung einer neuen Ära der Mensch-Maschine-Kommunikation gemacht. Mit einem Kaufpreis von rund zwei Milliarden Euro ist dies der zweitgrößte Zukauf in der Geschichte des Unternehmens. Ziel ist es, eine Technologie zu integrieren, die es ermöglicht, Sprachbefehle ohne hörbare Worte zu geben. Diese stille Sprache könnte insbesondere in lauten Umgebungen oder in Situationen, in denen Diskretion gefragt ist, von großem Vorteil sein.
Q.ai hat ein System entwickelt, das minimale Muskelbewegungen im Gesicht erkennt, wenn Nutzer Worte formen. Diese Technologie könnte Voice-Assistenten wie Siri ein völlig neues Einsatzfeld eröffnen. Der sogenannte optische Sensor-Kopf von Q.ai analysiert mit speziellen Kameras und Algorithmen, welche Worte der Nutzer lediglich mit den Lippen formt. Dies könnte das Ende von ‘Hey Siri’ in der Öffentlichkeit bedeuten und die soziale Hemmschwelle, die viele Nutzer davon abhält, Sprachassistenten in der Öffentlichkeit zu nutzen, erheblich senken.
Experten erwarten, dass Apple die Technologie schnell in seine Wearables integriert. Künftige Generationen von AirPods oder der Vision Pro-Brille könnten stille Befehle umsetzen, was eine private Interaktionsebene schafft. Dies könnte Apple einen klaren Vorteil gegenüber Konkurrenten wie Google oder Meta verschaffen, die ebenfalls an ähnlichen Technologien arbeiten. Johny Srouji, Apples Senior Vice President of Hardware Technologies, lobte Q.ai als Pionier in der Verbindung von Bildverarbeitung und maschinellem Lernen.
Die Übernahme kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt, da Apple im Bereich der generativen KI zuletzt hinter Konkurrenten wie OpenAI und Google zurückzubleiben schien. Mit Q.ai setzt Apple verstärkt auf Edge AI, also die lokale Datenverarbeitung direkt auf dem Gerät. Dies stärkt das Argument der Privatsphäre, da die sensiblen biometrischen Daten der stillen Sprache über den Neural Engine-Chip verarbeitet werden, ohne in die Cloud zu wandern. Die Integration der Technologie wird voraussichtlich in Phasen über die nächsten ein bis zwei Jahre erfolgen, beginnend mit einer verbesserten Diktierfunktion und endend mit der Einführung stiller Siri-Befehle in angepasster Hardware.
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