BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die deutsche Produktionslobby hat einen wichtigen Schritt in Richtung einer gesetzlichen Investitionsverpflichtung für Streaming-Dienste erreicht. Diese sollen künftig einen Teil ihrer Umsätze in europäische Produktionen reinvestieren, um die schwächelnde lokale Filmindustrie zu unterstützen. Die Regelung sieht vor, dass Streaming-Anbieter wie Netflix und Disney+ acht Prozent ihrer Nettoumsätze in neue audiovisuelle Werke investieren müssen.

Die Diskussion um Investitionsverpflichtungen für Streaming-Dienste in Deutschland hat eine neue Wendung genommen. Nach langem Ringen zwischen der deutschen Produktionslobby und den großen Streaming-Anbietern wie Netflix und Disney+ wurde eine gesetzliche Regelung vereinbart. Diese sieht vor, dass Streaming-Dienste acht Prozent ihrer Nettoumsätze in europäische Produktionen reinvestieren müssen. Diese Maßnahme soll die schwächelnde deutsche Filmindustrie unterstützen, die zunehmend unter dem Druck internationaler Plattformen leidet.
Ein zentraler Punkt der neuen Regelung ist die Möglichkeit eines Opt-Out-Modells. Streaming-Dienste, die bereit sind, mehr als zwölf Prozent ihrer Umsätze zu reinvestieren, können einige der strengeren Detailvorgaben umgehen. Diese Flexibilität soll Anreize schaffen, mehr in die lokale Filmproduktion zu investieren, ohne die Anbieter zu stark zu belasten. Dennoch bleibt die Frage offen, wie effektiv diese Regelung sein wird, da europarechtlich nicht vorgeschrieben werden kann, dass die Investitionen ausschließlich in Deutschland erfolgen müssen.
Die Regelung enthält zudem spezifische Subquoten: Sechzig Prozent der Investitionen müssen in neue europäische audiovisuelle Werke fließen, während siebzig Prozent an unabhängige Produktionsunternehmen gehen sollen. Diese Vorgaben sollen verhindern, dass große Anbieter wie Netflix die Mittel an ihre eigenen Tochterunternehmen weiterleiten. Zudem müssen siebzig Prozent der Investitionen in deutschsprachige Produktionen oder solche mit deutscher kultureller Prägung fließen, um die lokale Filmkultur zu stärken.
Obwohl die Regelung auf den ersten Blick vielversprechend erscheint, bleibt unklar, wie sie in der Praxis umgesetzt wird. Die rechtlichen Rahmenbedingungen müssen noch geprüft werden, insbesondere das Opt-Out-Modell, das in der EU Neuland darstellt. Zudem ist noch nicht entschieden, welche Sanktionen greifen sollen, falls sich Anbieter nicht an die Vorgaben halten. Die Politik plant, bis Ostern einen Kabinettsbeschluss zu erreichen, doch ob dies im Sinne der Zuschauer ist, bleibt fraglich. Deutsche Produktionen haben oft einen schlechten Ruf, was die Frage aufwirft, ob die Nachfrage der Kunden tatsächlich bedient wird.
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