WIEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Grünen in Österreich haben eine Petition gestartet, um eine Erbschaftssteuer für Superreiche wieder einzuführen. Ziel ist es, Vermögen ab einer Million Euro zu besteuern und jährlich 1,5 Milliarden Euro einzunehmen. Die Wirtschaft kritisiert die Pläne scharf und warnt vor negativen Auswirkungen auf Investitionen und Arbeitsplätze.

Die Grünen in Österreich haben eine Initiative gestartet, um eine Erbschaftssteuer für Superreiche wieder einzuführen. Diese Steuer soll Vermögen ab einer Million Euro betreffen und gestaffelte Steuersätze von bis zu 35 Prozent umfassen. Ein Freibetrag von einer Million Euro soll den Mittelstand entlasten, während für selbst genutzte Häuser ein Freibetrag von 1,5 Millionen Euro gilt. Die erwarteten Einnahmen von mindestens 1,5 Milliarden Euro jährlich sollen in die Senkung der Lohnsteuer für Geringverdiener sowie in Bildungseinrichtungen investiert werden.
Die Reaktion aus der Wirtschaft ist eindeutig: Die Industriellenvereinigung lehnt die Pläne entschieden ab und warnt vor einem „fatalen Signal“ für den Wirtschaftsstandort Österreich. Kritiker argumentieren, dass eine solche Steuer auf bereits versteuertes Vermögen den Betrieben Kapital entziehe, Investitionen bremse und Arbeitsplätze gefährde. Österreich habe kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem, so die Argumentation der Gegner.
Die Debatte um die Erbschaftssteuer ist in Österreich nicht neu. Seit der Abschaffung im Jahr 2008 gibt es immer wieder Diskussionen über eine Wiedereinführung. Während die SPÖ ein ähnliches Modell unterstützt, lehnen ÖVP, FPÖ und NEOS eine Wiedereinführung kategorisch ab. Befürworter der Steuer argumentieren mit Gerechtigkeit, da in Österreich der Großteil der Steuern auf Arbeit lastet, während Vermögen kaum besteuert wird.
Obwohl die grüne Petition vor allem dazu dient, öffentlichen Druck aufzubauen, gilt eine Umsetzung in der aktuellen Legislaturperiode als unwahrscheinlich. Der Koalitionspartner ÖVP ist vehement dagegen. Dennoch bleibt die Frage, wer wie viel zum Gemeinwesen beiträgt, ein zentraler Konfliktpunkt, der den politischen Diskurs in Österreich weiter prägen wird.
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