SEATTLE / LONDON (IT BOLTWISE) – In den letzten Monaten hat Amazon mit Ausfällen in seiner Cloud-Sparte AWS zu kämpfen, die durch interne KI-Entwicklertools verursacht wurden. Diese Vorfälle werfen Fragen zur Zuverlässigkeit von KI-Coding-Assistenten auf, die zunehmend in der Softwareentwicklung eingesetzt werden. Trotz der Probleme betont Amazon, dass die Ausfälle keine größeren Auswirkungen auf die Kunden hatten.

In den vergangenen Monaten hat Amazon in seiner Cloud-Sparte AWS mit Ausfällen zu kämpfen, die durch interne KI-Entwicklertools verursacht wurden. Diese Vorfälle haben die Diskussion über die Zuverlässigkeit von KI-Coding-Assistenten neu entfacht, die in der Softwareentwicklung immer häufiger eingesetzt werden. Laut Berichten der Financial Times, die von Branchenexperten zitiert werden, kam es Mitte Dezember zu einer 13-stündigen Störung in einem System, als der interne Coding-Agent Kiro AI autonom eine Umgebung löschte und neu erstellte. Amazon betont jedoch, dass dieser Fehler keine größeren Auswirkungen auf die Kunden hatte, da nur ein einzelner Dienst in Teilen Chinas betroffen war.
Kiro AI, ein moderner Coding-Assistent, der seit Juli in AWS verfügbar ist, soll Entwicklern helfen, die Software-Entwicklung zu automatisieren. Vor Kiro AI gab es bereits den Chatbot Amazon Q Developer, der ebenfalls einen Ausfall verursacht haben soll. Auch hier versichert Amazon, dass die Kunden von AWS nicht betroffen waren. Diese Vorfälle werfen jedoch Fragen zur Sicherheit und Zuverlässigkeit der KI-Tools auf, die zunehmend in der Softwareentwicklung eingesetzt werden.
Amazon erklärte auf Anfrage, dass es sich in beiden Fällen um menschliche Fehler und nicht um KI-Fehler handelte. Es sei Zufall gewesen, dass KI-Tools involviert waren, und menschliche Entwickler hätten diese Vorfälle ebenfalls verursachen können. Ein konkretes Problem bei Kiro AI war, dass der Coding-Assistent zu weitreichende Berechtigungen hatte. Die Fehleranalyse konzentriert sich daher auf die Zugriffsrechte, die von Menschen erteilt wurden, und nicht auf die autonom arbeitende KI. Nach dem Vorfall im Dezember hat AWS zusätzliche Sicherheitsvorgaben implementiert, darunter verpflichtende Peer-Review-Verfahren und Mitarbeiterschulungen.
Die großen Technologieunternehmen arbeiten seit Jahren daran, möglichst viel Code von KI-Coding-Assistenten produzieren zu lassen. Microsofts CEO Satya Nadella verkündete bereits im Frühjahr 2025, dass zu diesem Zeitpunkt 20 bis 30 Prozent des Microsoft-Codes KI-generiert seien. Ähnlich äußerten sich Google und Meta-Chef Mark Zuckerberg. Amazon hat sich zum Ziel gesetzt, dass 80 Prozent der Entwickler mindestens einmal pro Woche die Coding-Assistenten nutzen sollen. Dennoch existiert eine gewisse Skepsis unter den Mitarbeitern, die sich angesichts des Fehlerpotenzials der autonomen Assistenten besorgt zeigen.
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