SYDNEY / LONDON (IT BOLTWISE) – Ein neuer Bericht enthüllt, dass zahlreiche Datenarbeiter weltweit unwissentlich für das US-Militär gearbeitet haben. Diese Arbeiter, oft in Ländern wie Kenia, trugen zu Überwachungssystemen bei, die in verschiedenen Regionen eingesetzt werden. Die Enthüllungen werfen ein Schlaglicht auf die ethischen Herausforderungen in der Datenarbeit.

Die jüngsten Enthüllungen über Appen, ein australisches Unternehmen, das weltweit fast eine Million Datenarbeiter beschäftigt, werfen ein neues Licht auf die ethischen Herausforderungen in der Datenarbeit. Laut einem Bericht des Bureau of Investigative Journalism haben viele dieser Arbeiter unwissentlich für das US-Militär gearbeitet. Besonders betroffen sind Arbeiter in Ländern wie Kenia, die zu Überwachungssystemen beigetragen haben, die in verschiedenen Regionen der Welt eingesetzt werden, darunter Palästina und Venezuela.
Diese Praxis ist nicht neu, wie ein ehemaliger Datenarbeiter berichtet. Bereits 2015 begann er, über Amazon Mechanical Turk zu arbeiten, um seine Rechnungen zu bezahlen. Die Aufgaben schienen harmlos: Transkriptionen, Kategorisierungen von YouTube-Videos und das Labeln von Objekten in Fotos. Doch hinter diesen scheinbar unschuldigen Aufgaben verbargen sich oft militärische Anwendungen.
Besonders auffällig wurde dies bei Aufgaben von GeoHIVE, einem Auftraggeber auf der Plattform. Anfangs ging es um die Identifizierung von Tieren und Objekten auf Satellitenbildern. Doch mit der Zeit änderten sich die Aufgaben, und es wurden Grenzübertritte markiert, die offensichtlich in Wüstenregionen lagen. Diese Aufgaben ließen den Verdacht aufkommen, dass die Daten zur Überwachung und möglicherweise zur Ergreifung von Menschen genutzt wurden.
GeoHIVE war Teil von Maxar Intelligence, das mittlerweile in Vantor umbenannt wurde. Maxar hatte Verträge mit der US-Regierung, insbesondere mit dem Department of Homeland Security und dem Verteidigungsministerium. Diese Verbindungen werfen Fragen zur Transparenz und Ethik in der Datenarbeit auf, da viele Arbeiter unwissentlich zu militärischen Projekten beigetragen haben könnten.
Die Diskussion um ethische Standards in der Datenarbeit gewinnt an Bedeutung, da immer mehr Menschen weltweit auf solche Jobs angewiesen sind. Die Arbeiter fordern mehr Transparenz und die Möglichkeit, sich von Projekten auszuschließen, die sie als ethisch bedenklich empfinden. Die Einführung einer Opt-out-Option für militärische oder Überwachungsprojekte könnte ein erster Schritt in Richtung einer verantwortungsvolleren Datenarbeit sein.
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