MEXIKO-STADT / LONDON (IT BOLTWISE) – Ein gestohlener API-Schlüssel für Google Gemini hat ein kleines Startup mit einer Rechnung von über 82.000 US-Dollar belastet. Dieser Vorfall verdeutlicht, wie schnell die Kosten für generative KI steigen können, wenn Zugangsschlüssel in die falschen Hände geraten.

Ein gestohlener API-Schlüssel für Google Gemini hat ein kleines Startup mit einer Rechnung von über 82.000 US-Dollar belastet. Der Vorfall zeigt, wie schnell die Kosten für generative KI steigen können, wenn Zugangsschlüssel in die falschen Hände geraten. Die betroffene Firma, bestehend aus drei Entwicklern in Mexiko, gibt normalerweise etwa 180 US-Dollar pro Monat für Google-Dienste aus. Die unerwarteten Kosten stellen somit eine Erhöhung von etwa 46.000 Prozent dar.
Der Entwickler des Unternehmens berichtete auf Reddit, dass der Google Cloud API-Schlüssel zwischen dem 11. und 12. Februar missbraucht wurde. In dieser Zeit wurden KI-Anfragen im Wert von 82.314 US-Dollar mit dem Schlüssel getätigt, hauptsächlich durch die Nutzung von Gemini 3 Pro Image und Gemini 3 Pro Text. Als das Team das Problem entdeckte, entfernte es den betroffenen API-Schlüssel und deaktivierte die Gemini-API. Zugangsdaten wurden ersetzt und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen.
Google verwies in der Kommunikation mit dem Unternehmen auf das Prinzip der gemeinsamen Verantwortung. Demnach sichert Google die Cloud-Infrastruktur, während Kunden für den Schutz von API-Schlüsseln und Anwendungen verantwortlich bleiben. Der Entwickler äußerte Bedenken über die finanziellen Konsequenzen, falls der volle Betrag in Rechnung gestellt wird.
Sicherheitsforscher von Truffle Security haben darauf hingewiesen, dass das Problem möglicherweise weiter verbreitet ist. Sie fanden Tausende von öffentlich zugänglichen Google API-Schlüsseln im Internet. Insgesamt identifizierten sie 2.863 aktive Schlüssel, die auch für Anfragen an die Gemini-API verwendet werden können. Viele dieser Schlüssel wurden ursprünglich verwendet, um Projekte in Diensten wie Google Maps oder Firebase zu identifizieren, was sie in Webseiten oder Quellcode sichtbar macht.
Google ist sich der Forschung bewusst und arbeitet mit den Forschern zusammen, um das Problem zu lösen. Laut dem Unternehmen wurden Maßnahmen ergriffen, um geleakte Schlüssel zu erkennen und zu blockieren, wenn sie versuchen, auf die Gemini-API zuzugreifen. Gleichzeitig erweitert Google sein KI-Angebot weiter. Das Unternehmen hat kürzlich Gemini 3.1 Flash-Lite eingeführt, ein Modell, das für Anwendungen mit einer großen Anzahl von Anfragen und niedrigeren Kosten pro Token entwickelt wurde.
Der Vorfall zeigt jedoch, dass niedrigere Preise nicht die einzige Sorge sind. Ohne Einschränkungen bei der API-Nutzung oder ordnungsgemäße Schlüsselsicherheit kann der Missbrauch von KI-Diensten schnell zu sehr hohen Cloud-Kosten führen.
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