DÜSSELDORF / LONDON (IT BOLTWISE) – Rheinmetall hat durch die Übernahme von Naval Vessels Lürssen (NVL) einen bedeutenden Schritt in der Rüstungsindustrie gemacht. Der Düsseldorfer Konzern wird nun zum Generalunternehmer für Kriegsschiffe und erweitert damit sein Portfolio erheblich. Mit einem Auftragsbestand von 64 Milliarden Euro und einer strategischen Neuausrichtung stellt sich die Frage, ob die Aktie des Unternehmens für Anleger attraktiv ist.

Rheinmetall hat mit der Übernahme von Naval Vessels Lürssen (NVL) einen entscheidenden Schritt in der Rüstungsindustrie vollzogen. Der Düsseldorfer Konzern wird damit zum Generalunternehmer für Kriegsschiffe, was eine fundamentale strategische Neuausrichtung darstellt. Diese Übernahme ermöglicht es Rheinmetall, komplette Kriegsschiffe zu liefern, anstatt sich auf elektronische Systeme zu beschränken. Der Auftragsbestand des Unternehmens ist auf beeindruckende 64 Milliarden Euro gestiegen, während die Aktie derzeit 20 Prozent unter ihrem Höchststand notiert.
Die Integration von NVL bringt vier Werften, darunter die traditionsreiche Blohm+Voss in Hamburg, unter das Dach von Rheinmetall. Diese strategische Erweiterung wird durch die Schaffung der neuen Sparte „Naval Systems“ mit 2.100 Mitarbeitern untermauert. Die Übernahme positioniert Rheinmetall als Komplettanbieter für Fregatten und Korvetten, was den Zugang zu Aufträgen im Wert von 20 bis 30 Milliarden Euro eröffnet. NVL soll bis 2026 einen Umsatzbeitrag von 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro leisten.
Parallel zur NVL-Übernahme hat sich Rheinmetall 51 Prozent am kroatischen Robotik-Spezialisten DOK-ING gesichert. Dieses Unternehmen entwickelt schwere unbemannte Bodenfahrzeuge zur Minenräumung, was das Portfolio von Rheinmetall weiter diversifiziert. Die Transaktion steht jedoch noch unter behördlichem Vorbehalt. Trotz dieser strategischen Schritte reagierte der Markt verhalten: Am Tag der NVL-Finalisierung verlor die Aktie 3,5 Prozent ihres Wertes, was als klassische „Sell-the-News“-Reaktion interpretiert werden kann.
Für das Jahr 2025 erwartet Rheinmetall ein Umsatzwachstum von 30 bis 35 Prozent bei einer operativen Marge zwischen 18,5 und 19 Prozent. Die Cash Conversion soll deutlich über 40 Prozent liegen. Für 2026 visiert der Konzern Erlöse von 15 bis 16 Milliarden Euro an, mit einer EBIT-Marge zwischen 18 und 20 Prozent. Analysten erwarten einen weiteren Ausbau des Auftragsbestands, insbesondere durch deutsche Verteidigungsaufträge in der ersten Jahreshälfte. Die Jahreszahlen am 11. März werden zeigen, wie konkret das Management die Synergien aus der NVL-Integration beziffert und wie es die weitere Entwicklung im geopolitisch angespannten Umfeld einordnet.
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