BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Diskussion um eine Digitalabgabe für große Online-Plattformen gewinnt an Fahrt. Verleger Jan Ippen und andere Branchenvertreter fordern eine stärkere finanzielle Beteiligung von Unternehmen wie Google und Meta an der Finanzierung des Journalismus. Diese Maßnahme soll die Marktmacht der Tech-Giganten ausgleichen und die Medienlandschaft stabilisieren.

Die Forderung nach einer Digitalabgabe für große Online-Plattformen wie Google und Meta wird in Deutschland immer lauter. Verleger Jan Ippen hat sich deutlich hinter diese Initiative gestellt und betont, dass Journalismus die Basis der Meinungsbildung darstellt. Doch im digitalen Raum gerät diese Basis zunehmend unter Druck, da die großen Plattformen von den Inhalten profitieren, ohne angemessen zur Finanzierung beizutragen.
Marc Al-Hames von Hubert Burda Media schlägt vor, die Einnahmen aus einer solchen Abgabe in das Wachstum europäischer Technologieunternehmen zu investieren. Dies könnte die Abhängigkeit von US-amerikanischen Hyperscalern verringern und die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Firmen stärken. Auch Julia Becker von der Funke-Gruppe unterstützt die Idee einer Digitalsteuer, um die unfaire Marktbeherrschung durch Tech-Plattformen zu bekämpfen.
Medienstaatsminister Wolfram Weimer plant, eine solche Abgabe bis Ende des Jahres durchzusetzen. Die Abgabe soll zweckgebunden sein und die großen Internetkonzerne treffen, die in Europa mit hier erstellten Medieninhalten erhebliche Gewinne erzielen. Österreich dient hierbei als Vorbild, wo seit 2020 eine ähnliche Regelung besteht.
Die Einführung einer Digitalabgabe könnte die Medienlandschaft nachhaltig verändern. Sie würde nicht nur die Finanzierung des Journalismus sichern, sondern auch die medienpolitische Ordnung wieder ins Gleichgewicht bringen. Die Diskussion über die genaue Ausgestaltung und die Höhe der Abgabe wird jedoch noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
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