STUTTGART / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine aktuelle Studie zeigt, dass Gründerinnen von Startups in Deutschland weiterhin deutlich weniger Risikokapital erhalten als ihre männlichen Kollegen. Trotz eines Anstiegs der Gesamtinvestitionen im Jahr 2025 profitieren Frauen kaum von diesem Aufschwung. Die ungleiche Verteilung der Mittel verdeutlicht die Herausforderungen, denen weibliche Gründerteams gegenüberstehen.

Die jüngste Studie von EY-Parthenon verdeutlicht ein anhaltendes Problem in der Startup-Szene: Gründerinnen erhalten signifikant weniger Risikokapital als ihre männlichen Pendants. Im Jahr 2025 flossen fast 7,4 Milliarden Euro an Startups mit rein männlichen Gründungsteams, während weibliche Teams lediglich 53 Millionen Euro erhielten. Diese Diskrepanz zeigt, dass Frauen in der Gründerszene weiterhin benachteiligt sind.
Ein wesentlicher Faktor für diese Ungleichheit ist die Branchenverteilung. Frauen sind überdurchschnittlich oft in Sektoren wie E-Commerce, Bildung und Klima-Tech vertreten, die zwar Kapital anziehen, aber selten die Größenordnungen der großen Mega-Deals erreichen. Kapitalintensive Branchen wie Software & Analytics oder FinTech bleiben mit einem Frauenanteil von nur sechs Prozent stark männlich dominiert.
Die Studie zeigt auch, dass der Anteil der finanzierten Startups mit mindestens einer Frau im Gründerteam von 21 Prozent im Jahr 2024 auf 19 Prozent im Jahr 2025 gesunken ist. Von den 660 untersuchten Startups bestanden 81 Prozent ausschließlich aus Männern. Diese Zahlen verdeutlichen, dass strukturelle Faktoren wie die Unterrepräsentation von Frauen in technischen Berufen eine Rolle spielen.
Thomas Prüver von EY-Parthenon betont, dass es sich hierbei nicht um individuelle Versäumnisse handelt, sondern um strukturelle Probleme. Fehlende Vorbilder und Rahmenbedingungen, die Unternehmertum und Familie schwer vereinbar machen, tragen zu diesem Ungleichgewicht bei. Um die Situation zu verbessern, sind gezielte Maßnahmen erforderlich, die Frauen in technischen Studiengängen und Berufen fördern.
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