ESSEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Der drohende Abbruch der Verkaufsgespräche zwischen Thyssenkrupp und Jindal Steel & Power könnte den geplanten Konzernumbau erheblich gefährden. Die Aktie hat bereits ein neues Jahrestief erreicht, was die Unsicherheit unter den Anlegern verstärkt. Ohne den Verkauf der Stahlsparte fehlen dem Unternehmen die finanziellen Mittel, um sich neu aufzustellen.

Die jüngsten Entwicklungen bei Thyssenkrupp werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, denen sich der Konzern gegenübersieht. Der mögliche Abbruch der Verkaufsgespräche mit dem indischen Stahlkonzern Jindal Steel & Power stellt eine erhebliche Bedrohung für den geplanten Umbau des Unternehmens dar. Die Unsicherheit über den Ausgang dieser Gespräche hat bereits zu einem neuen Jahrestief der Aktie geführt, was die Sorgen der Anleger weiter verstärkt.
Die Stahlsparte von Thyssenkrupp, Steel Europe, belastet die Bilanz des Unternehmens erheblich. Trotz eines Umsatzes von 7,2 Milliarden Euro und eines bereinigten EBIT von 211 Millionen Euro im ersten Quartal 2025/26 führten Restrukturierungskosten von 401 Millionen Euro zu einem Nettoverlust von 334 Millionen Euro. Ohne die finanziellen Mittel aus einem Verkauf fehlt dem Konzern der Spielraum, um sich als spezialisierter Industriegüterkonzern neu zu positionieren.
Die laufenden Gespräche mit Jindal Steel & Power wurden von Thyssenkrupp offiziell bestätigt, während Jindal Steel jeden Kommentar ablehnte. Diese Informationslücke hat die Skepsis des Marktes weiter genährt. Die Aktie fiel zuletzt auf ein neues 52-Wochen-Tief von 7,80 Euro, was einem Rückgang von mehr als 40 Prozent gegenüber dem Oktober-Hoch von 13,24 Euro entspricht.
Neben den Stahlverhandlungen stehen weitere strategische Entscheidungen an. Bis Ende März muss die Handelssparte Materials Services eine operative Verbesserung vorweisen, um Optionen wie einen Börsengang, eine Abspaltung oder einen Verkauf im Herbst zu ermöglichen. Die Übertragung der HKM-Anteile an Salzgitter ist für den 1. Juni 2026 geplant. Als stabiler Gegenpart gilt die Rüstungstochter TKMS, deren Aktie seit dem Börsengang im Oktober 2025 um rund 50 Prozent zugelegt hat.
Falls der Deal mit Jindal endgültig scheitert, muss Thyssenkrupp schnell eine tragfähige Alternative für die Stahlsparte entwickeln, die von schwachen Margen, hohen Energiekosten und globalem Überangebot geprägt ist. Der Halbjahresbericht am 12. Mai 2026 wird zeigen, ob der Umbau noch im Zeitplan liegt und welche Fortschritte bei Materials Services erzielt wurden.
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