LONDON (IT BOLTWISE) – Im Sternbild Achterdeck sorgt der Stern Gaia20ehk für Aufsehen. Seit 2016 zeigt er ungewöhnliche Helligkeitsschwankungen, die auf eine Kollision zweier Planeten hindeuten könnten. Eine riesige Trümmerwolke aus Gesteinsbrocken und Staub umkreist nun den Stern und beeinflusst seine Sichtbarkeit.

Im Jahr 2016 begann der Stern Gaia20ehk, der sich im Sternbild Achterdeck befindet, mit auffälligen Helligkeitsschwankungen, die Astronomen vor ein Rätsel stellten. Der Stern, der 11.000 Lichtjahre von der Erde entfernt ist, zeigte zunächst nur geringe Einbrüche in seiner Helligkeit. Doch ab 2021 wurde das Verhalten chaotisch, was die Forscher Anastasios Tzanidakis und James R. A. Davenport von der University of Washington dazu veranlasste, den Ursachen auf den Grund zu gehen.
Die beiden Wissenschaftler entdeckten, dass die Schwankungen nicht vom Stern selbst herrührten, sondern durch große Mengen an Gesteinsbrocken und Staub verursacht wurden, die den Stern umkreisen. Diese Trümmerwolke entstand vermutlich durch die Kollision zweier Felsplaneten im Jahr 2020. Diese Erkenntnisse wurden im Fachjournal ‘The Astrophysical Journal Letters’ veröffentlicht.
Die Kollision führte zu einer riesigen Wolke aus Gestein und Staub, die den Stern umgibt und seine Helligkeit im sichtbaren Spektrum stark reduziert. Gleichzeitig wurde ein Infrarotüberschuss festgestellt, was darauf hindeutet, dass das Material der Trümmerwolke eine Temperatur von etwa 600 Grad Celsius aufweist. Diese Hitze lässt darauf schließen, dass die Trümmer nicht aus der Entstehungszeit des Sterns stammen können.
Dieses Phänomen erinnert an die Kollision, die vor 4,5 Milliarden Jahren zur Entstehung des Mondes führte. Die Beobachtungen von Gaia20ehk könnten somit einen seltenen Einblick in die Dynamik von Exoplanetensystemen bieten. Es bleibt abzuwarten, welche langfristigen Auswirkungen diese Kollision auf das System haben wird, doch es könnte Jahrtausende dauern, bis sich die Trümmerwolke vollständig aufgelöst hat.
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