PARIS / LONDON (IT BOLTWISE) – Das französische KI-Startup Pigment hat sich zum Ziel gesetzt, die etablierten Größen wie SAP und Oracle herauszufordern. Mit einem beeindruckenden Wachstum und einer innovativen Plattform, die Unternehmensdaten in Echtzeit analysiert, zieht Pigment die Aufmerksamkeit großer Unternehmen auf sich.

Das französische KI-Startup Pigment hat sich in kürzester Zeit zu einem ernstzunehmenden Herausforderer für etablierte Software-Giganten wie SAP, Oracle und Workday entwickelt. Gegründet von Eléonore Crespo und Romain Niccoli im Jahr 2019, verfolgt Pigment das Ziel, traditionelle Tabellenkalkulationen und veraltete Planungstools durch eine KI-native Plattform zu ersetzen. Diese Plattform integriert Daten aus Finanzen, Vertrieb, Personalwesen und Lieferketten, um eine einheitliche Entscheidungsfindung zu ermöglichen.
Mit einem jährlichen wiederkehrenden Umsatz (ARR) von fast 100 Millionen US-Dollar und einer Verdopplung des Umsatzes im dritten Jahr in Folge hat Pigment bereits bedeutende Erfolge erzielt. Das Unternehmen konnte seine Kundenbasis um 74 % erweitern und zieht namhafte Kunden wie Uber, Unilever und Siemens an. Besonders bemerkenswert ist, dass über die Hälfte der neuen Kunden von großen SaaS-Anbietern zu Pigment gewechselt sind, was einem Anstieg von 115 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Ein wesentlicher Bestandteil von Pigments Erfolg ist der sogenannte ‘Modeler Agent’. Diese Funktion ermöglicht es Nutzern, in natürlicher Sprache zu beschreiben, was sie benötigen, woraufhin die Plattform sofort einsatzbereite Anwendungen generiert. Kunden berichten, dass sich die Entwicklungszeiten von Wochen auf Minuten verkürzt haben. Diese Effizienzsteigerung ist ein entscheidender Vorteil in einem sich schnell verändernden wirtschaftlichen Umfeld, in dem schnelle Entscheidungen unerlässlich sind.
Investoren haben großes Vertrauen in Pigment gesetzt, was sich in einer Finanzierung von fast 400 Millionen US-Dollar und einer Bewertung von über einer Milliarde US-Dollar im Jahr 2024 widerspiegelt. Trotz dieses Erfolgs plant Crespo keinen schnellen Börsengang. Stattdessen konzentriert sie sich darauf, die technologische Führungsposition von Pigment weiter auszubauen und die Plattform kontinuierlich zu verbessern.
Während Crespo die Bedeutung von KI-Souveränität betont und den französischen Präsidenten Emmanuel Macron in KI-Fragen berät, sieht sie Pigment nicht als rein europäisches Unternehmen. Vielmehr betrachtet sie es als globales Unternehmen mit einem starken Talentpool in Frankreich, der als ‘geheime Waffe’ dient. Diese internationale Ausrichtung und der Fokus auf Innovation könnten Pigment helfen, sich in einem von großen Anbietern dominierten Markt zu behaupten.
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