FRIEDRICHSHAFEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Der Automobilzulieferer ZF hat sich mit seinen Investitionen in die Elektromobilität übernommen und verzeichnet nun erhebliche Verluste. Die Abschreibung unprofitabler E-Auto-Projekte hat den Verlust nach Steuern auf 2,1 Milliarden Euro verdoppelt. Trotz operativer Fortschritte bleibt die Nachfrage schwach.

Der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen AG steht vor erheblichen finanziellen Herausforderungen, nachdem sich milliardenschwere Investitionen in die Elektromobilität als problematisch erwiesen haben. Die Abschreibung unprofitabler Produkte für Elektroautos hat das Unternehmen tiefer in die roten Zahlen getrieben, wobei der Verlust nach Steuern im Vergleich zum Vorjahr auf 2,1 Milliarden Euro gestiegen ist.
Die vorzeitige Beendigung von Projekten, die aufgrund des langsamen Wachstums der Elektroautonachfrage nicht rentabel waren, führte zu Sonderbelastungen in Höhe von rund 1,6 Milliarden Euro. ZF-Chef Mathias Miedreich betonte, dass diese Maßnahmen notwendig seien, um das Unternehmen für die Zukunft zu rüsten, auch wenn sie kurzfristig schmerzhaft seien.
Trotz der finanziellen Belastungen konnte ZF im operativen Geschäft Fortschritte erzielen. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg von rund 1,47 Milliarden Euro auf etwa 1,75 Milliarden Euro. Dennoch sieht Finanzchef Michael Frick keine durchgreifende Belebung der Nachfrage und erwartet, dass der Umsatz mit 38 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau bleibt.
Die Krise der Autoindustrie wurde im vergangenen Jahr durch hohe US-Importzölle, Lieferkettenprobleme und wachsende Konkurrenz aus China verschärft. ZF ist zudem mit 10,2 Milliarden Euro hoch verschuldet, was die finanzielle Flexibilität des Unternehmens weiter einschränkt. Der geplante Abbau von bis zu 14.000 Arbeitsplätzen in der Antriebssparte in Deutschland wird sozialverträglich umgesetzt, um die Kostenstruktur zu verbessern.
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