BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle in Deutschland ist im vergangenen Jahr weiter gesunken. Dies ist ein Ergebnis verstärkter Präventionsmaßnahmen, die Unternehmen ergriffen haben, um die Sicherheit am Arbeitsplatz zu erhöhen. Gleichzeitig zeigt eine Umfrage, dass viele Unternehmen auf bestimmte Krisen nicht ausreichend vorbereitet sind.

Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle in Deutschland ist im vergangenen Jahr um rund 24.000 auf 731.000 gesunken, wie die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung berichtet. Dieser Rückgang ist Teil eines langfristigen Trends, der seit den 1990er Jahren zu beobachten ist. Damals wurden noch mehr als 1,6 Millionen solcher Unfälle verzeichnet. Der Hauptgeschäftsführer der Unfallversicherung, Stephan Fasshauer, führt diesen positiven Trend vor allem auf verstärkte Präventionsmaßnahmen zurück. Ohne diese Maßnahmen wären die Kosten für Rehabilitation und andere Folgekosten deutlich höher ausgefallen.
Ein weiterer positiver Aspekt ist die Abnahme der tödlichen Arbeitsunfälle. Im vergangenen Jahr starben zehn Menschen weniger bei Arbeitsunfällen als im Vorjahr, insgesamt 335 Personen. Auch die Zahl der erstmals gewährten Renten aufgrund von Arbeitsunfällen ist um 233 auf 9.690 gesunken. Diese Entwicklungen unterstreichen die Bedeutung von Präventionsmaßnahmen und Sicherheitsvorkehrungen am Arbeitsplatz.
Eine Umfrage unter Beschäftigten und Führungskräften zeigt jedoch, dass viele Unternehmen auf bestimmte Krisen nicht ausreichend vorbereitet sind. Während 64 Prozent der Befragten ihre Unternehmen gut auf Pandemien vorbereitet sehen, sind es bei Cyberangriffen nur 52 Prozent. Besonders schlecht vorbereitet fühlen sich die Befragten bei Naturkatastrophen und Störungen der Lieferketten, mit nur 30 bzw. 38 Prozent.
Die Umfrage zeigt auch, dass es erhebliche Unterschiede zwischen den Branchen gibt. So ist die Finanzbranche überdurchschnittlich gut auf Cyberangriffe vorbereitet, während das Baugewerbe bei den meisten Krisen unterdurchschnittliche Werte aufweist. Maßnahmen wie Ausbildung und Übungen in den Bereichen Brandschutz und Erste Hilfe sind in vielen Unternehmen bereits etabliert, doch kleinere Unternehmen hinken oft hinterher.
Insgesamt stimmen neun von zehn Befragten der Aussage zu, dass Prävention die Krisenfestigkeit von Unternehmen stärkt und den Wirtschaftsstandort Deutschland sicherer macht. Diese Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit, die Präventionsmaßnahmen weiter auszubauen und die Krisenvorsorge in Unternehmen zu verbessern.
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