DÜSSELDORF / LONDON (IT BOLTWISE) – Rheinmetall startet ein innovatives Pilotprojekt mit ferngesteuerten Shuttlebussen im öffentlichen Verkehr. Die Technologie, die von der Tochterfirma Mira entwickelt wurde, soll die Effizienz und Zuverlässigkeit des Nahverkehrs erhöhen. Dabei wird ein Fahrer aus der Ferne die Kontrolle über die Fahrzeuge übernehmen, während ein Sicherheitsfahrer an Bord bleibt, um im Notfall einzugreifen.

Rheinmetall hat in Zusammenarbeit mit der Rheinbahn ein wegweisendes Pilotprojekt ins Leben gerufen, das die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs revolutionieren könnte. Die Tochterfirma Mira hat eine Technologie entwickelt, die es ermöglicht, Shuttlebusse aus der Ferne zu steuern. Diese Busse sollen auf einer zweieinhalb Kilometer langen Strecke im öffentlichen Raum verkehren und auf Abruf über eine App verfügbar sein. Ein Sicherheitsfahrer bleibt an Bord, um im Notfall eingreifen zu können, während die eigentliche Steuerung über das Handynetz aus der Ferne erfolgt.
Die Technologie wurde erstmals auf der Robotik- und Drohnenmesse Xponential vorgestellt, wo ein Mitarbeiter aus einer Messehalle ein Fahrzeug außerhalb der Halle steuerte. Ziel des Projekts ist es, die Technologie unter realen Verkehrsbedingungen weiterzuentwickeln und systematisch auszuwerten. Dabei sollen Erkenntnisse über die Akzeptanz bei Fahrgästen und die Stabilität des Systems gewonnen werden. Auch die Wirtschaftlichkeit der Technologie steht im Fokus der Untersuchungen.
Ein wesentlicher Vorteil der Teleoperationstechnologie ist die Möglichkeit, Personalressourcen effizienter zu nutzen. Fahrer können mehrere Fahrzeuge zeitversetzt steuern, was insbesondere in Zeiten von Personalmangel im öffentlichen Nahverkehr von Vorteil ist. Die Rheinbahn-Vorständin Annette Grabbe betont die Notwendigkeit, technologische Optionen zu prüfen, um die Zuverlässigkeit des Betriebs zu sichern. Auf Basis belastbarer Daten soll entschieden werden, ob und wie Teleoperation dauerhaft in die Betriebsstruktur integriert wird.
Das Projekt wird als wichtiger Meilenstein für die Weiterentwicklung der Mobilitätstechnologien betrachtet. Mira-Firmenchef Win Neidlinger sieht in der effizienten Teleoperation von On-demand Shuttles einen realen Beitrag zur Bewältigung des Personalmangels und zur Sicherung der Mobilitätsangebote. Der Testbetrieb ist ein entscheidender Schritt, um Teleoperation aus dem Pilotstadium in konkrete Anwendungsfälle im öffentlichen Verkehr zu überführen. Die Betriebsgenehmigung für den Testbetrieb wurde noch auf Basis eines alten Regelwerks erteilt, das die Anwesenheit eines Sicherheitsfahrers vorschreibt. Künftig könnten solche Projekte jedoch ohne Sicherheitsfahrer auskommen.
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