BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Diskussion um Altersbeschränkungen für soziale Medien in Deutschland nimmt Fahrt auf. Ein Gutachten des Wissenschaftlichen Diensts im Bundestag zeigt, dass rechtliche Hürden, insbesondere durch EU-Recht, einem Verbot im Weg stehen könnten. Auch das Erziehungsrecht der Eltern, das im Grundgesetz verankert ist, stellt eine Herausforderung dar.

Die Debatte über Altersbeschränkungen für soziale Medien in Deutschland wird immer intensiver. Ein aktuelles Gutachten des Wissenschaftlichen Diensts im Bundestag beleuchtet die rechtlichen Herausforderungen, die mit einem möglichen Verbot von Social-Media-Plattformen für Kinder verbunden sind. Besonders das EU-Recht stellt hier eine bedeutende Hürde dar, da es in vielen Bereichen Vorrang genießt. Dies zeigt sich auch im Digital Services Act, der bereits Regelungen für Plattformen wie TikTok enthält.
In Deutschland haben Bundesländer wie Niedersachsen und Thüringen bereits Anträge im Bundesrat eingebracht, die die Nutzung sozialer Netzwerke für Kinder unter 14 Jahren verbieten sollen. Jugendliche bis 16 Jahre sollen nur noch eingeschränkte Versionen nutzen dürfen. Diese Vorschläge finden auch in Parteien wie der CDU und SPD Anklang. Jugendministerin Karin Prien (CDU) wartet auf die Empfehlungen einer eigens eingesetzten Kommission, um weitere Schritte zu planen.
Das Gutachten weist darauf hin, dass nationale Regelungen zur Sperrung oder Beschränkung von Social-Media-Plattformen aufgrund des Herkunftslandprinzips kaum Wirkung zeigen würden, da viele dieser Plattformen ihren Sitz in Irland haben. Letztlich könnte nur der Europäische Gerichtshof über die verbleibenden Regelungsspielräume der Mitgliedstaaten entscheiden.
Die Linke sieht sich durch das Gutachten in ihrer kritischen Haltung gegenüber Verboten bestätigt. Der medienpolitische Sprecher David Schliesing betont, dass solche Verbote die bestehenden Probleme nicht lösen und die Grundrechte junger Menschen einschränken könnten. Stattdessen setzt die Linke auf die konsequente Nutzung bestehender rechtlicher Instrumente und die Stärkung der Medienpädagogik, um Kinder und Jugendliche besser zu schützen.
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