LONDON (IT BOLTWISE) – Google hat die Sideloading-Regeln für Android-Geräte überarbeitet, um den Gerätewechsel zu erleichtern. Die neue 24-Stunden-Frist für die Installation von Apps aus unbekannten Quellen wird nun auch bei einem Gerätewechsel als erfüllt angesehen, wenn sie auf einem anderen Gerät bereits erfüllt wurde. Diese Änderung soll die Sicherheit der Nutzer erhöhen und gleichzeitig die Flexibilität beim Wechsel zwischen Geräten verbessern.

Google hat kürzlich neue Regeln für das Sideloading von Apps auf Android-Geräten eingeführt, die insbesondere bei einem Gerätewechsel Erleichterung bringen sollen. Die bisherige 24-Stunden-Frist, die Nutzer abwarten mussten, um Apps aus unbekannten Quellen zu installieren, wird nun auch bei einem Wechsel auf ein neues Gerät als erfüllt angesehen, wenn sie auf dem vorherigen Gerät bereits abgelaufen ist. Diese Anpassung wurde von einem Google-Verantwortlichen bekanntgegeben und soll den Frust vieler Nutzer mindern.
Der Hintergrund dieser neuen Regelung ist eine Betrugswelle in Südamerika und Südostasien, bei der Kriminelle ihre Opfer durch Schockanrufe dazu bringen, Malware-APKs auf ihren Geräten zu installieren. Diese Angriffe zielen häufig auf den Diebstahl von Kreditkartendaten ab. Um dem entgegenzuwirken, hat Google den sogenannten ‘Advanced Flow’ eingeführt, der als Mittelweg zwischen Sicherheit und Offenheit für manuelle App-Installationen dienen soll.
Der Advanced Flow erfordert von den Nutzern, die Entwickleroptionen auf ihrem Gerät zu aktivieren, zu bestätigen, dass sie nicht unter Anleitung von Betrügern handeln, und ihr Gerät neu zu starten, um mögliche Telefonate mit Betrügern zu unterbrechen. Nach einer 24-stündigen Wartezeit können die Nutzer dann die Installation der gewünschten App durchführen. Diese Maßnahmen sollen die Sicherheit der Nutzer erhöhen, ohne die Flexibilität beim Sideloading zu stark einzuschränken.
Eine weitere Erleichterung besteht darin, dass Nutzer, die den Advanced Flow auf einem Gerät aktiviert haben, diesen nicht erneut aktivieren müssen, wenn sie auf ein anderes Gerät wechseln. Matthew Forsythe, Produktmanager bei Google, erklärte in einem Video, dass Nutzer, die ihre Apps über die Android Debug Bridge (ADB) am PC installieren, vom Advanced Flow nicht betroffen sind und keine 24 Stunden warten müssen. Diese Ausnahme soll auch in Zukunft bestehen bleiben.
Entwickler, die ihre Apps nicht unter die strengen neuen Regeln fallen lassen möchten, müssen sich und ihre Organisation bei Google verifizieren und ihre App signieren. Google hat dazu einen Blogbeitrag und eine Präsentations-PDF veröffentlicht, die den Verifikationsprozess detailliert beschreiben. Die neuen Regeln sollen ab September dieses Jahres in Brasilien, Indonesien, Singapur und Thailand in Kraft treten und ab 2027 weltweit gelten. Kritiker werfen Google vor, sich durch die verpflichtende Registrierung zum Torwächter fremder App-Verbreitungswege zu machen.
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